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Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Rülke (rechts) und FDP-Landesvorsitzender Michael Theurer besichtigen mit weiteren FDP-Mitgliedern den Recyclingbetrieb von Roman Schweitzer (Mitte), Geschäftsführer der Firma Weick Recycling im Gewerbegebiet Buchbusch.
Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Rülke (rechts) und FDP-Landesvorsitzender Michael Theurer besichtigen mit weiteren FDP-Mitgliedern den Recyclingbetrieb von Roman Schweitzer (Mitte), Geschäftsführer der Firma Weick Recycling im Gewerbegebiet Buchbusch.
23.05.2019

Mit Schrott gut im Geschäft: FDP-Politiker besuchen Firma Weick Recycling

Pforzheim. Auf dem Grundstück des Entsorgungsbetriebes Weick Recycling glänzt allerlei Schrott: Stahl, Edelstahl, Messing oder Kupfer. „Wir schaffen neue Werte aus alten Materialien“, sagt Geschäftsführer Roman Schweitzer und bringt damit die Arbeit von Weik Recycling auf den Punkt.

Dort werden Produktabfälle geprüft, getrennt, eingeschmolzen und später verkauft. Aber Schrott sei nicht gleich Schrott. „Je besser man ihn sortiert, desto teurer wird er“, so Schweitzer.

2011 wurde eine moderne Recyclinganlage gebaut. Damit setzt der Betrieb Standards in der Region, sagt Schweitzer. Zudem sei der Umweltschutz für den gebürtigen Pforzheimer wichtig, denn auch „ein FDP‘ler kann ein grünes Herz haben.“ Bei Weick Recycling heißt das beispielsweise: Schrottteile werden nach radioaktiver Strahlung untersucht, bevor diese in den Produktionskreislauf gelangen, der Betrieb komme bei der Energieversorgung fast autark zurecht und die Wartung von Maschinen werde regelmäßig durchgeführt, um den Verfall zu vermeiden.

Davon zeigen sich Bundestagsabgeordneter und FDP-Landesvorsitzender Michael Theurer und der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion Hans-Ulrich Rülke am Mittwoch bei einer Unternehmensbesichtigung beeindruckt. Am Beispiel von Weick zeigen sich aus Sicht der selbst ernannten Kümmerer kurz vor der Kommunal- und Europawahl auch einige Probleme des Mittelstands.

Denn obwohl die Geschäfte für Schweitzer gut laufen – 20 Millionen Euro Umsatz, 18 Mitarbeiter und ein geplanter Neubau – hat der Unternehmer auch viele Sorgen. „Man merkt, dass die Wirtschaft bremst, der Boom ist vorbei“, sagt Schweitzer im Hinblick auf die weltweit abkühlende Konjunktur. Dass die Stadt Pforzheim die Probleme der Unternehmer nicht so ernst nimmt, wie sie es sich wünschten, ärgert Schweitzer. Immer wieder komme es zu Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund der überbordenden Bürokratie. Ein Grund, warum der Unternehmer seine Anträge nun an das Regierungspräsidium in Karlsruhe stellt – für Rülke und Theurer ein Novum und ein Zeichen dafür, wie wirtschaftsunfreundlich die Pforzheimer Verwaltung sei. Der Indikator: Der Gewerbesteuersatz, der in Pforzheim zu den höchsten in Baden-Württemberg gehört, aber ein „wichtiger Standortfaktor“ ist. Denn der Alptraum für die hiesige Industrie sei es doch, wenn Firmen Tochterunternehmen in andere Gemeinde verlagern, wo die Gewerbesteuer niedriger sei, pflichtet Schweitzer bei. Für ihn komme ein Umzug aber nicht in Frage. Auch Theurer sagt: „Der Mittelstand möchte keine Steuervermeidung.“

Doch wie sieht die Lösung dann aus? Den Soli abschaffen und ein Griff zur Schere: „Bürokratie ist wie eine Hecke. Sie wächst von alleine“, so Theurer.