760_0900_65393_BV_Schmuck_Grohmann_Staib_1.jpg
Der neue BV-Geschäftsführer Guido Grohmann (links) und Verbandspräsident Uwe Staib mit den Nachschlagewerken zum Jubiläum „250 Jahre Goldstadt“. 
760_0900_65394_Basel_aussen_1.jpg
Die Weltmesse für Uhren öffnet am morgigen Donnerstag wieder für eine Woche in Basel ihre Pforten.  Foto: Ketterl/PZ-Archiv 

Mit Schwung zur Baselworld: 32 Pforzheimer Firmen vertreten

Pforzheim/Basel. Die Geschäfte etlicher deutscher Schmuck- und Uhrenhersteller liefen im vergangenen Jahr besser als die einiger namhafter Schweizer Wettbewerber. So viel konnte Guido Grohmann, neuer Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband (BV) Schmuck+Uhren mit Sitz in der Goldstadt, gestern schon im Pforzheimer Industriehaus verraten. Die offiziellen Zahlen der Branche werden erst heute auf der Weltmesse in Basel präsentiert.

Im vergangenen Jahr fielen die Schweizer Uhrenexporte nämlich auf das tiefste Niveau seit 2011. Der Umsatz von rund 19 Milliarden Franken entsprach einem Minus von zehn Prozent gegenüber 2015. Diesen Rückgang spürt auch die Baselworld, wo sich dieses Jahr weniger Aussteller angemeldet haben. „Innerhalb der letzten eineinhalb Jahre kam es zu einer Konsolidierung. Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt und ist damit einem Trend gefolgt, der schon zu den früheren Boomzeiten eingesetzt hatte“, erläuterte René Kamm, Chef des Messeveranstalters MCH Group in einem Interview mit der „Basler Zeitung“. Immerhin gibt sich Swatch-Chef Nick Hayek zuversichtlich: Seit Jahresbeginn habe sich insbesondere in Asien die Nachfrage erfreulich entwickelt. Auch im Nahen Osten und in einigen europäischen Ländern zögen die Märkte spürbar an.

„Wir wollen den Schwung von der Münchner Inhorgenta mit nach Basel nehmen“, betont der Hauptgeschäftsführer. Nach dem gelungenen Jahresauftakt auf der Fachmesse Inhorgenta in München gehe die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie mit berechtigten Hoffnungen auf einen ebenso guten Verlauf der Baselworld 2017 (13. bis 30. März) in der weltweit geschätzten schweizerischen Messemetropole. 140 000 Besucher werden in Basel erwartet.

Über 200 Aussteller aus der Goldstadt waren noch 1994 auf der Messe in Basel. Mit dem schmerzhaften Strukturwandel in der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie – die in diesem Jahr das 250-jährige Bestehen feiert – schrumpfte auch die Zahl der teilnehmenden Firmen auf der Baselworld. 32 Unternehmen aus Pforzheim und dem Enzkreis sind in diesem Jahr dabei. Das ist ein Rückgang um acht Aussteller.

Der Pforzheim-Pavillon ist im Jubiläumsjahr in eine attraktive Fassadengrafik gekleidet, welche die facettenreiche Geschichte der Schmuck- und Uhrenbranche aufgreift. Insgesamt sind 110 deutsche Firmen am Start, 29 davon sind Mitglied im Pforzheimer Bundesverband, der sich für die Interessen aller deutscher Unternehmen einsetzen will, falls es im Verlauf der achttägigen Messe einmal Probleme geben sollte.