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Mit Felix Walter (vorne) ist seit Jahresbeginn ein weiteres Familienmitglied mit am Steuer des Automobilhändlers. Unser Bild zeigt (von links) Hans-Peter, Rosemarie und Markus Walter sowie Sybille Müller, hier am Autohaus-Standort in Birkenfeld im Brötzinger Tal. Foto: Meyer
Mit Felix Walter (vorne) ist seit Jahresbeginn ein weiteres Familienmitglied mit am Steuer des Automobilhändlers. Unser Bild zeigt (von links) Hans-Peter, Rosemarie und Markus Walter sowie Sybille Müller, hier am Autohaus-Standort in Birkenfeld im Brötzinger Tal. Foto: Meyer
09.02.2018

Mit Vollgas in die Zukunft: Dritte Generation in der Autogruppe Walter

Pforzheim/Birkenfeld. Die kommenden Jahre bringen für die Automobilbranche spannende Veränderungen, angefangen von alternativen Antriebstechniken über das autonome Fahren bis hin zu der ganzen Bandbreite der Digitalisierung, sagt Felix Walter im PZ-Gespräch. Und: „Ich freu‘ mich auf diese Zukunft.“ Er ist neuer Gesellschafter und Geschäftsführer der familiengeführten Autogruppe Walter mit Sitz in Birkenfeld und Pforzheim. Im Unternehmen war er bereits seit 2011 in verschiedenen Positionen tätig. Damit wurde die dritte Generation ins Management der Walter-Gruppe aufgenommen.

Anfang Januar stieg der 30-Jährige in das mehrköpfige Management auf. Ihm gehören sein Vater Markus Walter sowie dessen Schwester Sybille Müller an – und bis vor kurzem noch deren Bruder Hans-Peter Walter (62), ein Kfz-Meister, der nun altershalber ausgestiegen ist und die Gesellschafteranteile seinem Neffen Felix verkauft hat. Die Kunden werden den Ruheständler dennoch an bestimmten Tagen im Autohaus antreffen. Zum Führungsteam gehört außerdem André Marschall, der im Walter Team ausgebildet wurde und nun als Standortleiter in Birkenfeld mit Prokura ausgestattet ist. Vor knapp 50 Jahren sind die Gründer Alexander und Rosemarie Walter in die Selbstständigkeit als Automobilhändler eingestiegen. Später übergaben sie die Verantwortung ihren drei Kindern Hans-Peter, Markus und Sybille. Vor drei Jahren verstarb der Firmengründer. Das heutige Unternehmen steht auf drei Säulen – Autohaus, Autozentrum und Autovermietung – und wird nun von der zweiten und dritten Generation weitergeführt.

Die Autogruppe Walter vertritt die Marken Nissan, Hyundai und Honda. Das Vertriebsgebiet gibt Markus Walter grob mit Nordschwarzwald an, außerdem werden Kunden im Großraum Stuttgart und Karlsruhe betreut.

Bei den neuen Antriebstechniken hat Walter nach eigenen Angaben schon früh den Trend erkannt. So wurde beispielsweise bereits 1994 das damals als „Hotzenblitz“ bezeichnete deutsche Elektroauto verkauft. Der Höhepunkt der Elektro-Erfolgsgeschichte war der Verkauf von 125 Nissan Elektrofahrzeugen an einen deutschen Großkonzern. „Und wir waren in der Region das erste Autohaus mit einem elektrischen Schnelllader“, erinnert Markus Walter.

Inzwischen biete Nissan „eine interessante Benchmark aus Preis und Reichweite“, so dass für die bevorstehende zweite Auflage des japanischen E-Autos bei dem Birkenfelder Autohaus bereits 30 Vorbestellungen vorliegen – obwohl das Fahrzeug noch nicht auf dem Markt sei. Preis: 32 000 Euro; Reichweite: rund 380 Kilometer. Als Ergänzung dazu schicke Nissan noch einen bis zu siebensitzigen Transporter mit Elektroantrieb auf die Straße. Mehr noch: Wie Felix Walter sagte, werde Hyundai Ende des Jahres mit einem Brennstoffzellen-Auto vorfahren, ein SUV mit 800 Kilometer Reichweite. Wie unlängst in der PZ berichtet, gibt es in Pforzheim bereits eine dafür notwendige Wasserstofftankstelle.

In Vorbereitung eines autonom fahrenden Autos hat Hyundai der Unternehmerfamilie Walter zufolge ein Assistenzsystem in Probe. Und Nissan bringt mit dem ProPilot die erste Stufe des autonomen Fahrens in Serie auf den Markt. Die Walters sind sicher: „In spätestens zehn Jahren erleben wir eine neue Autowelt.“

Insofern sorgt sich die dritte Unternehmergeneration nicht um die Zukunft der Firma – auch nicht angesichts von Prognosen, wonach jüngere Menschen angeblich kein oder wenig Interesse am Autofahren hätten. Felix Walter sagt: „Das mag für die Metropolen mit guter Versorgung des öffentlichen Nahverkehrs gelten. In ländlichen Gebieten wie im Nordschwarzwald wird man aber immer auf ein individuelles Transportmittel angewiesen sein.“

Den fachlichen Hintergrund hat sich der „Bachelor of Automotive Business“ neben mehreren Praktika und Tätigkeiten im eigenen Unternehmen an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen angeeignet, etwa bei den renommierten Auto-Professoren Hannes Brachat und Willi Diez. Außerdem wurde er von Nissan im vergangenen Jahr als einer von 80 „zu fördernden Nachwuchsinhabern in Europa“ in einem Weiterbildungsprogramm an der Mannheim Business School auf seine verantwortliche Tätigkeit vorbereitet.

Den Mitarbeitern stellte sich der neue Geschäftsführer in einer Versammlung mit dem Vorsatz vor: „Ein guter, aber anspruchsvoller Chef zu sein, bereit, um immer eine Vision zu haben ohne das Tagesgeschäft zu vernachlässigen, bereit, um die rasante Entwicklung der Branche mitzugehen ohne die Tradition unseres Unternehmens zu vergessen.“ Sein Motto für 2018: „Wir schalten hoch.“