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Für Traktoren stellte die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH während der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre in Manzell am Bodensee Dieselmotoren her.Foto: Karmann
Für Traktoren stellte die Porsche-Diesel Motorenbau GmbH während der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre in Manzell am Bodensee Dieselmotoren her.Foto: Karmann
Von der staubigen Piste in die Frankfurter Messehallen: Die dritte Generation des Porsche Cayenne soll im September auf der IAA ihre Publikumspremiere feiern. Foto: Daniel Wollstein/Porsche/dpa-tmn
Von der staubigen Piste in die Frankfurter Messehallen: Die dritte Generation des Porsche Cayenne soll im September auf der IAA ihre Publikumspremiere feiern. Foto: Daniel Wollstein/Porsche/dpa-tmn
09.08.2017

Mit Vollgas zur IAA – aber ohne Diesel? - Trotz Absatzrekorden steckt Branche im Stimmungstief

Frankfurt/Pforzheim. Es gleicht einem Tanz auf dem Vulkan: Dieselskandal, Fahrverbote und der Aufstieg von Tesla: Doch vor der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) im September machen die Automobilhersteller gute Miene zu dieser misslichen Situation und setzen vor allem auf die Faszination von Leistung und Luxus. Der neue Porsche Cayenne sollte 2018 eigentlich auch mit einem leistungsstarken Dieselmotor ausgeliefert werden. Die kommen bekanntlich von Audi. Der Cayenne wird in Deutschland mehrheitlich mit Dieselantrieb ausgeliefert. Bei Porsche wird jedoch diskutiert, ob stattdessen lieber künftig auf einen Hybridmotor (Kombination Benzin/Elektro) gesetzt werden soll.

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hatte erst kürzlich mit seiner Kritik an den Diesel-Motoren von Audi für bundesweite Aufregung in den Konzernzentralen gesorgt (die PZ berichtete). Aktuell ist er im Urlaub und wollte sich gestern nicht zu den Spekulationen um einen Diesel-Ausstieg von Porsche äußern. „In Bezug auf den Diesel spielen wir verschiedene Szenarien durch“, bestätigt ein Porsche-Sprecher gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, fügt jedoch hinzu: „Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.“ Im Stuttgarter Porsche-Museum steht der Nachbau des ersten funktionsfähigen Hybridautomobils der Welt, des Semper Vivus. Mit der Konstruktion dieses Fahrzeugs betrat Ferdinand Porsche vor 117 Jahren technisches Neuland. Bei diesem Fahrzeug bilden zwei mit Benzinmotoren gekoppelte Generatoren eine Ladeeinheit, die gleichzeitig Radnabenmotoren und Batterien mit Strom versorgt.

Der österreichische Industrielle Ludwig Lohner entwickelte zusammen mit Ferdinand Porsche zunächst Elektrofahrzeuge. Der „Lohner-Porsche“ wurde 1899 zum ersten Mal gebaut und 1900 auf der Pariser Weltausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Lohners Grund für die Entwicklung von Fahrzeugen mit Elektromotor war, dass „die Luft von den in großer Anzahl auftretenden Benzinmotoren verdorben werde“.

Vom 16. bis 24. September geht es bei der IAA wieder um Leistung und Luxus. Das ist eine Aufgabe, der sich diesmal nicht alle Marken stellen. Während die deutschen Hersteller das Heimspiel schlecht schwänzen können, bleibt ein Dutzend Autobauer von Abarth über Tesla bis Volvo kurzerhand zu Hause, darunter Volumenmarken wie Peugeot und Fiat. Vor allem Supersportwagen, Oberklasse-Limousinen und natürlich SUV könnten daher die Hauptrollen im Messezirkus spielen.

Der größte Star dürfte sich am Mercedes-Stand drehen. Denn dort zieht die schnelle Tochter AMG zum 50-jährigen Bestehen das Tuch von einem neuen Sportwagen, der laut Firmenchef Tobias Moers eher hyper als super ist. Nicht umsonst hat er dank Technik aus der Formel 1 mehr als 1000 PS und wird knapp drei Millionen Euro kosten. Auch die Konkurrenz fährt groß auf. So hat Audi das Messedebüt des neuen Flaggschiffs A8 angekündigt.