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25.11.2008

Mode Keilbach meldet Insolvenz an

OFFENBURG/PFORZHEIM. Die Hans Keilbach Mode GmbH & Co. KG hat beim Amtsgericht Offenburg Insolvenzantrag gestellt. Davon ist auch die Pforzheimer Filiale am Sedanplatz betroffen - drei Mitarbeiterinnen sind hier beschäftigt. „Wir hatten schon seit einigen Tagen ein komisches Gefühl“, berichtete eine Verkäuferin geschockt.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Stefano Buck von der Kanzlei Schultze & Braun (Achern) bestellt. Die Modekette hat im Raum Südwestdeutschland 86 Filialen sowie ein Factory-Outlet-Center und beschäftigt insgesamt 480 Mitarbeiter. Buck will das Unternehmen mit allen Filialen fortführen und Sanierungsmöglichkeiten prüfen.

In der Pforzheimer Filiale am Sedanplatz sind drei Mitarbeiterinnen beschäftigt. Sie wurden gestern über den Insolvenzantrag informiert. „Wir hatten schon seit einigen Tagen ein komisches Gefühl“, berichtete eine Verkäuferin geschockt. „Eine schöne Bescherung kurz vor Weihnachten.“

Das Offenburger Textilhandels unternehmen hatte bereits Anfang des Jahres aus eigenen Kräften versucht, aus der Krise zu kommen. Im Rahmen des damals veranlassten Restrukturierungskonzeptes hatte sich die Familie Keilbach aus dem Betrieb zurückgezogen und die Modekette im April 2008 an ein Düsseldorfer Sanierungsunternehmen verkauft. Dem neuen Geschäftsführer, Thorsten Stroemer, sei es gelungen, einen Sanierungsvergleich mit den Gläubigern abzuschließen, teilte Buck mit.

Aufgrund der Finanzkrise und des damit einhergehenden konjunkturellen Abschwungs seien die Umsätze aber eingebrochen. Zusätzlich hätten die Lieferanten aufgrund der Insolvenzen von SinnLeffers und Hertie die gesamte Warenlieferung auf Vorkasse umgestellt. „Dies führte zu einer verschärften Liquiditätssituation bei Keilbach, die den Geschäftsführer nun veranlasste, wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag zu stellen“, heißt es in der Pressemitteilung.

Löhne und Gehälter sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht rückständig. Da sie aber ab Ende des Monats fällig werden, wird Buck bei der zuständigen Agentur für Arbeit eine Zustimmung zur Insolvenzgeldvorfinanzierung beantragen, um die Auszahlung Anfang Dezember zu sichern.