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In Dürrmenz war am Donnerstag das Streiklokal für die Beschäftigten von Mahle-Behr eingerichtet. Foto: Kollros
In Dürrmenz war am Donnerstag das Streiklokal für die Beschäftigten von Mahle-Behr eingerichtet. Foto: Kollros
02.02.2018

Nach IG-Metall-Aufruf: Bei Mahle-Behr in Mühlacker und Vaihingen standen die Produktionen still

Mühlacker/Vaihingen. Mahle-Behr in Mühlacker und Vaihingen war am Donnerstag eines der Unternehmen, deren Belegschaften von der Metaller-Gewerkschaft (IGM) zum 24-Stunden-Warnstreik aufgerufen wurden.

Nach Darstellung der Pforzheimer Gewerkschaftsführerin Liane Papaioannou und ihres Kollegen Arno Rastetter am Donnerstag zur Mittagszeit im Streiklokal in Dürrmenz sei der Betrieb an beiden Standorten stillgestanden, „unsere Streiktaktik funktioniert“.

Rund 1500 Beschäftigte in allen drei Schichten waren zum Warnstreik aufgerufen, und offenbar soll es keine „Streikbrecher“ gegeben haben, beide Funktionäre sprachen von einer „100-prozentigen Beteiligung“. Die IGM-Bevollmächtigte Papaioannou ermunterte die Mahle-Behr-Mitarbeiter: „Die Arbeitgeber wollen Eure Rituale sehen und hören, Eure Fahnen, Käppis und Trillerpfeifen – sollen sie“. Ins Streiklokal im Dürrmenz waren zudem Delegationen des Mahle-Behr-Werks in Kornwestheim gekommen, des Weiteren unter anderem von Sihn in Mühlacker, Schroff in Straubenhardt und Harman Becker in Ittersbach.

Auch Walter Beraus von der IGM-Bezirksleitung Stuttgart zeigte Präsenz, ebenso der DGB-Kreisvorsitzende Wolfgang Glaser. Er versicherte den Streikenden die Solidarität aller rund 20.000 Gewerkschaftsmitglieder in Pforzheim und dem Enzkreis. „Eure Forderung ist mehr als gerechtfertigt in der größten Hochkonjunktur-Phase seit dem deutschen Wirtschaftswunder.“

Paul Däschle, Betriebsratsvorsitzender von Mapal WWS in Pforzheim, sprach den Mahle-Behr-Leuten seine Anerkennung aus: „Ihr seid Vorkämpfer für neue Arbeitszeitmodelle“, die Forderung nach einer zeitweiligen Reduzierung auf 28 Wochenstunden ansprechend: „Arbeitszeiten, die zum Leben passen“.

Er berichtete, dass er gerne mit einer ganzen Delegation von Vertrauensleuten gekommen wäre, doch der Arbeitgeber habe deren Freistellung verweigert, „so habe ich eben heute Urlaub genommen“. Gleichwohl ließ Däschle keine Anmutung von Resignation erkennen: „Wir werden unsere Forderungen erstreiken.“

Das Streiklokal im Dürrmenzer Veranstaltungszentrum war auch eingerichtet worden, damit sich die Kollegen ganztägig registrieren lassen konnten, um sich ihren Anspruch auf Streikgeld zu sichern, so Papaioannou. Zu Beginn der Mittagsschicht hatte sie sich wieder zu den Streikposten vor dem Mahle-Werk in Mühlacker gesellt (und ihr Kollege Rastetter in Vaihingen), „aber keiner will rein“, so ihr Eindruck vor Ort.