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Marincek
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Bäuerle
Bäuerle
01.07.2016

Nach angekündigten Stellenkürzungen: Doduco-Betriebsrat will das Schlimmste abwenden

Am Donnerstag bestand erstmal Gesprächsbedarf. Der Plan der Geschäftsleitung beim Pforzheimer Elektronik-Zulieferer Doduco bis zu 200 Arbeitsplätze abzubauen (die PZ berichtete) hat im Pforzheimer Altgefäll und im Werk Sinsheim hohe Wellen geschlagen.

„Wir wussten, dass es in einem Kernbereich Probleme gibt. Doch das drohende Ausmaß ist schon der Hammer“, sagt Betriebsratsvorsitzender Peter Marincek, ebenso wie sein Stellvertreter André Bäuerle altgedienter Doduco-Mitarbeiter. „Jetzt müssen erstmal Zahlen auf den Tisch.“ Noch weiß der Gesamtbetriebsrat nicht, welche Abteilungen in welchem Umfang von der Umstrukturierung betroffen sein werden.

Am kommenden Donnerstag wird mit der Doduco-Geschäftsleitung verhandelt. Zwei Tage zuvor treffen sich am Dienstag die Verhandlungspartner der Edelmetallindustrie zur ersten Tarifrunde. Gefordert werden fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Doduco ist mit über 800 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in dieser Branche. Die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerseite wird durch die Probleme im Altgefäll nicht gerade gestärkt. Unterstützt wird der Doduco-Betriebsrat in den Verhandlungen von der IG Metall in Pforzheim und Heidelberg. Stefan Zilling von der Frankfurter Consultingfirma EWR soll zudem mögliche Alternativen zum Personalabbau prüfen. Die Verhandlungen dürften sich über Monate hinziehen. Im Bereich Kontaktwerkstoffe, ein Kernbereich der Firma Doduco, ist der Umsatz rückläufig. Im Rahmen der Globalisierung drängen die Kunden zur kostengünstigen Produktion im Ausland, heißt es. Der Familienkonzern Tinicum Capital Partners, der dem US-Milliardär Eric Ruttenberg gehört, habe in den vergangenen Jahren 25 Millionen Euro in die Doduco-Gruppe investiert, räumt Marincek ein. Neben Investitionen in Deutschland auch in ein Werk in China, wo es auch nicht richtig rund läuft.