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Diese Glühbirnen sind aus den Regalen verschwunden. Foto: Warmuth, Archiv
Diese Glühbirnen sind aus den Regalen verschwunden. Foto: Warmuth, Archiv
25.08.2017

Nach dem Ende der Glühbirne droht auch Halogenlampen das Aus

Brüssel/Berlin. Nicht wirklich verboten, aber auch nicht mehr erlaubt. Vor fünf Jahren verschwand die Glühbirne weitgehend aus dem Handel. Die helle Aufregung darum hat sich seither merklich gelegt.

Am 1. September 2012 trat Stufe vier der EG-Verordnung 244/2009 in Kraft – und fortan durften generell nur noch Leuchtmittel neu in Verkehr gebracht werden, die mindestens die Energieeffizienzklasse C erreichen: für eine Glühbirne, die nur einen Bruchteil der Energie zu Licht macht und dafür umso mehr Wärme erzeugt, eine unüberwindbare Hürde.

Schon seit 2009 mussten auf Grundlage der Verordnung nach und nach immer mehr Glühbirnen aus dem Handel verschwinden, gestaffelt nach der Watt-Zahl. Erst 2012 aber kam mit einigen wenigen Ausnahmen das endgültige Aus. „Zu Beginn gab es riesige Schwierigkeiten“, sagt Thomas Engelke, Teamleiter Energie und Bauen beim Verbraucherzentrale Bundesverband, über den Abschied von der Glühbirne. Energiesparlampen hätten nicht nur eine Anlaufphase nach dem Einschalten gebraucht und dann oft ein komisch weißes Licht verbreitet, sondern auch Quecksilber enthalten – ein Problem bei der Entsorgung. Das habe den Umstieg schwierig gemacht. „Energiesparlampen waren eine große Hürde“, erinnert sich auch Rolf Buschmann, Referent für technischen Umweltschutz beim BUND.

Dass Brüssel einfach bestimmte, was man zu Hause in die Lampen zu schrauben hat, kam wie üblich ebenfalls nicht gut an beim Verbraucher. Noch ein knappes Jahr später gab der damalige SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück bei einem Wahlkampfauftritt preis, aus diesem Grund hundert spezielle, französische Glühbirnen in seinem Keller gebunkert zu haben: „Weil ich nicht weiß, ob ich die in fünf Jahren für meine französische Lampe noch bekomme“. Viele Menschen taten es ihm offenbar gleich – egal, woher ihre Lampen stammen. In jedem zweiten Haushalt in Deutschland stecken auch heute noch alte Glühbirnen in den Fassungen, wie eine repräsentative Umfrage des Instituts YouGov ergab. Verboten ist das nicht. Wer noch alte Birnen hat, darf sie benutzen, so lange er will. Auch Restbestände in den Lagern durften über den Stichtag hinaus verkauft werden.

Die noch effizienteren LEDs haben die Energiesparleuchten übrigens weitgehend abgelöst. Die Trauer um die Glühbirne ist abgeebbt, wohl auch, weil viele moderne Leuchten im Retro-Look daherkommen. In genau einem Jahr steht noch eine Stufe in der EU-Verordnung an. Die erklärt dann auch, warum es streng genommen nie ein Glühbirnen-Verbot gegeben hat. Vom 1. September 2018 an sind Leuchtmittel unterhalb der Energieeffizienzklasse B in der EU tabu. Das ist dann auch für die meisten Halogenlampen das Ende.