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Die Anlageexperten (von links) Frank Musiol und Alexander Mozer von Ökoworld, Zukunftsforscher Eike Wenzel, Sparkassen-Chef Stephan Scholl und Private-Banking-Bereichsdirektor Stefan Saile suchen nach nachhaltigen Kapitalanlagen.  Foto: Moritz
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Um ökologische Kapitalanlagen mit Rendite ging es gestern Abend beim Finanzforum 2019 der Sparkasse Pforzheim Calw im CongressCentrum.  Foto: Moritz

Nachhaltig: Sparkasse Pforzheim Calw kooperiert mit Ökoworld AG

Pforzheim. Mit dem Slogan „Jute statt Plastik“ wurde vor 40 Jahren die Alternative zur Plastiktüte in Deutschland propagiert – ein umweltfreundlicher Einkaufsbeutel. Alfred Platow (73) marschierte damals gegen Atomkraft und globale Aufrüstung. Heute ist es die Schülerin Greta Thunberg, die von der Politik Antworten auf den Klimawandel fordert. Platow ist immer noch für die Umwelt im Einsatz – mit seinem Kapitalanlage-Unternehmen Ökoworld und als Teilnehmer der „Parents for Future“ (Eltern für Zukunft)-Demos.

Platow hat sich angeboten, die Anwaltskosten der Teilnehmer zu übernehmen, die für das freitägliche Schulschwänzen bei den „Fridays for Future“-Demos zu Kasse gebeten werden. Vor 23 Jahren brachte er den Aktienfonds Ökovision Classic an den Start – mittlerweile ein grüner Milliardär mit einem Fondsvolumen von über einer Milliarde Euro.

„Gesellschaft, Wirtschaft und Politik sind zunehmend gefordert, Antworten auf den Klimawandel und den Abbau natürlicher Ressourcen zu finden“, betonte Stephan Scholl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw beim Finanzforum im CCP. Die Finanzbranche werde aktuell immer stärker in die Pflicht genommen, weil ökologische Geldanlagen gefragt seien wie noch nie. Darauf hat auch die Sparkasse reagiert, die in diesem Jahr ihr 185-jähriges Bestehen feiert. Auch wenn der Begriff Nachhaltigkeit in jüngster Zeit überstrapaziert werde. „Das sind wir schon immer“, sagte Scholl. Jetzt sollen noch mehr Privatanleger für ökologische Aktienanlagen begeistert werden. Die Sparkasse Pforzheim Calw hat mit der Ökoworld AG einen Partner gefunden, der in dieses Anforderungsmuster passt. Dass sich grüne Kapitalanlagen durchaus rechnen, zeigt das Beispiel Ökovision Classic – ausgezeichnet mit dem Deutschen und Österreichischen Fondspreis 2019. Alexander Mozer, Leiter des Portfoliomanagements bei Ökoworld, erläuterte den Sparkassen-Kunden im CCP, warum es sich für Anleger im dreifachen Sinne lohne, ethisch, ökologisch und sozial zu investieren, besonders bei einer langfristigen Ausrichtung. Wobei wieder der Begriff Nachhaltigkeit fällt.

Das ökologische Gewissen spielt bei den 350 Firmen, die im Ökoworld-Anlage-Universum berücksichtigt werden, die entscheidende Rolle. Diese wurden aus der Vielzahl von 70 000 weltweit börsennotierten Unternehmen ausgewählt, erläuterte Frank Musiol. Der Wissenschaftler vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW) ist einer der Mitglieder im unabhängigen Anlageausschuss der Ökoworld AG. Dieser entscheidet, ob ein vom Fondsmanagement vorgeschlagenes Unternehmen auch die hohen ökologischen Ansprüche erfüllt.

Mit den Megatrends der nächsten 30 Jahre beschäftigt sich Zukunftsforscher Eike Wenzel. Das habe nichts mit Kaffeesatzlesen oder der berühmten Glaskugel zu tun, so Wenzel. Vielmehr würden Entwicklungen wissenschaftlich analysiert. Im Mittelpunkt stünden dabei die Themen Gesundheit, Digitalisierung und autonomes Fahren. „Es sterben weltweit mehr Menschen durch Übergewicht als durch Unterernährung.“ Wenzel, Leiter des Instituts für Trend- und Zukunftsforschung in Heidelberg, weiß: „Die Bundesbürger werden immer älter und fühlen sich immer jünger.“ Das verändere die Lebensgewohnheiten, das urbane Wohnen und die Familienverhältnisse.