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Peter Göpfrich FROMMER
Peter Göpfrich FROMMER
05.11.2015

Nah- und Mittelostexperte sprach vor der IHK Nordschwarzwald über die wirtschaftlichen Perspektiven in der Golfregion

Pforzheim. Regen Publikumszuspruch fand Peter Göpfrichs Vortrag in der IHK Nordschwarzwald zum Umbruch in der Nah- und Mittelostregion.

Der Geschäftsführer der von Dubai und Abu Dhabi aus tätigen Deutsch-Emiratischen Industrie- und Handelskammer beleuchtete zunächst Geschichte und Gesellschaft, Politik und Wirtschaft der Region. Überzogenen wirtschaftlichen Erwartungen erteilte Peter Göpfrich im Anschluss an seinen Impulsvortrag eine klare Abfuhr: „Das Übermorgenland ist vorbei“, ließ er die Zuhörer in der IHK Nordschwarzwald mit Blick auf Dubai und in Anlehnung auf zahlreiche Pressebeiträge zur Golfregion wissen. Einen künftigen Boom oder „Game-Change“ hält er aber schon im Jahr 2016 durchaus für möglich, sobald der Iran von den Sanktionen befreit wird. In dem Land leben gut 80 Millionen Menschen, die in Sachen Konsum, Reisefreiheit und Freizügigkeit einen erheblichen Nachholbedarf in den weltweiten Markt tragen werden. „Die Mullahs werden sich ihre Macht sichern“, lässt Peter Göpfrich keinen Zweifel, „aber sicher nicht in der aggressiven Art der 70er-Jahre.“ Neben den westlichen Ländern werde auch Dubai von der Öffnung Irans profitieren: „Die großen Kaufmannsfamilien Dubais sind iranischen Ursprungs“, weiß er. Das Scheichtum Dubai sei lange Drehscheibe des Umgehungshandels gewesen. Nun werde es, so Göpfrich weiter, aus beiden Gründen eine große Rolle spielen. „Zumal westliche Handelspartner mit Familie“, nach seiner ortskundigen Einschätzung, „in Teheran auf lange Zeit nicht werden leben wollen“.

IHK-Geschäftsführer Burkhard Thost ergänzte zu Auftragsanbahnung in der Golfregion: „In den Emiraten ist das Ausschreibungs-Prozedere besser organisiert“ – noch ein wichtiger Standortvorteil gegenüber vielen Nah- und Mitteloststaaten. Wohlgemerkt, zum richtigen Zeitpunkt, wie Göpfrich abschließend nochmals anmerkte, denn im Iran würde man sich gegenwärtig schon mit der bloßen Beteiligung an einem Joint Venture strafbar machen.