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04.04.2014

Neue Schmuck- Edelstein-Messe JGF in Freiburg erfolgreich beendet

Kollegenbesuch am letzten Messetag: Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld, und ihr Kollege Martin Fergusson (Verkaufsdirektor) kamen gestern zu einem Rundgang über die neue Schmuck- und Edelstein-Messe Jewellery & Gem Fair (JGF) Europe nach Freiburg. Bekanntlich stieß den Schweizern die Messe-Aktivität in der Breisgaumetropole bitter auf, obwohl der Basler Schwerpunkt, das Uhrensegment und die Luxuspreisklasse, auf der JGF bewusst weggelassen wurden. Was die beiden Schweizer nach dem Rundgang urteilten, gaben sie nicht bekannt.

Unterdessen wächst die JGF nach der Interbrush zur zweitgrößten Fachmesse am Standort Freiburg heran. Das erklärte Klaus W. Seilnacht, Geschäftsführer der FWTM (Freiburg Wirtschaft Tourismus Messe) im PZ-Gespräch. Gestern hat die viertägige Schmuck- und Edelsteinveranstaltung ihre Premiere erfolgreich beendet. Mit mehr als 4000 Fachbesuchern hat JGF-Manager Wolfram Diener seine selbst gesetzte Untergrenze überschritten. Wie Diener gestern am Spätnachmittag im PZ-Gespräch feststellte, sei „die Qualität des Publikums gut gewesen und unser Konzept ging auf“. Dies, so der JGF-Manager, sei mehr Wert, als hohe Besucherzahlen.

Jeanette Fiedler, die auf der Messe vor allem das USE-Bildungszentrum sowie das Deutsche Diamant Institut und den Bundesverband Schmuck + Uhren (alle Pforzheim) repräsentierte, wies in einer ersten Bilanz darauf hin, dass vor allem die Schmuck-Firmen unter den Ausstellern sehr zufrieden waren. „Sie wollen im nächsten Jahr alle wiederkommen.“ Eine ähnlich positive Resonanz hat auch IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler bei seinem JGF-Besuch gestern erfahren.

Konnten bei der Premiere aus organisatorischen Gründen lediglich 17.000 Quadratmeter Hallenfläche belegt werden, stehen dem Veranstalter UBM Hongkong ab 2015 rund 21.500 Quadratmeter zur Verfügung, hinzu kommen Leichtbauhallen auf dem Freigelände. „Für die nächsten Jahre ist genügend Platz vorhanden“, sagte FWTM-Geschäftsführer Seilnacht.

430 internationale Aussteller testeten die erste JGF, knapp ein Viertel davon aus Deutschland und somit viele davon aus dem Großraum Pforzheim. Weitere Firmen haben ihr Interesse für das kommende Jahr bereits signalisiert. Die einen fahren eine Doppelstrategie und werden vom 22. bis 25. März 2015 sowohl in Freiburg wie auch auf der Baselworld (19. bis 26. März 2015) einen Stand haben. Trauring-Gerstner aus Pforzheim und die Ketten-Manufaktur Binder Mönsheim gehören dazu. Andere haben sich klar für Freiburg entschieden, etwa Ring-Hersteller Rauschmayer oder die Firma Köhle sowie Kühnel-Schmuck (alle Pforzheim). Indes fühlen sich Unternehmen, die im Luxussegment agieren, nach wie vor in Basel besser aufgehoben, wie ein Pforzheimer Hersteller im PZ-Gespräch sagte. Dennoch stellte er nach seinem JGF-Rundgang fest: „Es ist gut, dass es die Messe gibt.“

Binder-Geschäftsführer Christian Eckart erklärte den Unterschied der beiden Messen so: „Basel, das ist Kaviar und Champagner. Freiburg ist Butter und Brot.“ In beiden Segmenten erzielte der Mönsheimer Hersteller gute Umsätze. Die erste JGF bezeichnete Eckart als gelungen. Sein Wunsch fürs nächste Mal: „Noch mehr Ausstellerqualität – aber die wird kommen.“ Außerdem: Den Schwerpunkt noch deutlicher auf internationale Kundschaft legen.

„Wir bereuen es nicht, uns für Freiburg entschieden zu haben“, sagte Karina Ratzlaff von Köhle. Sie ist auch Vizepräsidentin der Bundesverbandes Schmuck + Uhren. Verbands-Präsident Uwe Staib gehört mit seiner Firma Staib Germany zu jenen Doppelstrategen, die in Freiburg und Basel ausstellen.

Insbesondere die Halle zwei, in der sich die Pforzheimer präsentierten, sei ansprechend gestaltet gewesen und „die Atmospähre war sehr gut“, helles freundliches Ambiente, sagte Ratzlaff. Das Fachpublikum sei zwar ein anderes als in Basel, „aber sehr aufmerksam und angenehm“. Sie glaube nicht, dass sich die Baselworld mit ihrem Uhren-Schwerpunkt und die JGF „langfristig weh tun werden“, es seien unterschiedliche Ansätze.

 

UBM Asia

United Business Media (UBM) ist ein Konzern mit Sitz in Hongkong, dessen Gründung auf das Jahr 1843 zurückgeht. Einst gehörten das Verlegen von Zeitungen und Magazinen sowie der Betrieb von Fernsehsendern zum Kerngeschäft. Später wurde die börsennotierte Aktiengesellschaft in fünf Geschäftsfelder eingeteilt: 1. UBM ist weltweit zweitgrößter Veranstalter von Fachmessen und Events; 2. Unter dem Titel „PR Newswire“ werden Firmen mit Presse- und Öffentlichkeits- Kampagnen unterstützt; 3. Data Services bietet Zugriff auf einen weltweiten Pool von Zielgruppen-Adressen; 4. Marketing Services Online steht für die digitale Veröffentlichung von Informationen; 5. Unter Marketing Services Print werden rund 100 verschiedene gedruckte Titel publiziert. In über 40 Ländern sind 6500 Beschäftigte für UBM tätig.

Wolfram Diener ist seit 2011 Senior Vice President bei UBM. Er ist im Konzern verantwortlich fürs Schmuck-Portfolio und damit für die Schmuckmesse JGF Europe in Freiburg.

Nach seinem Pforzheimer Studium zum Diplom-Betriebswirt startete der gebürtige Freiburger bei der Hamburger Messe, er war dann als Geschäftsführer der Messe Frankfurt in Hongkong tätig und wurde später General Manager von Shanghai New International Expo Centre.