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Nadine Kaiser muss und darf nun länger WFG-Geschäftsführerin bleiben, als zu erwarten war. Foto: wfg
Nadine Kaiser muss und darf nun länger WFG-Geschäftsführerin bleiben, als zu erwarten war. Foto: wfg
21.07.2015

Neue WFG-Chefin auf Zeit soll Wirtschaft ankurbeln

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Sie ist 31 Jahre alt und völlig unerwartet nun Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Zukunftsregion Nordschwarzwald GmbH (WFG): Nadine Kaiser. Die Betriebswirtschaftlerin mit dem Schwerpunkt Marketing wird allerdings nur bis Ende Dezember dieses Jahres die Verantwortung für die Verzahnung zwischen Politik und Wirtschaft tragen.

Die Vertreter des Aufsichtsrats und der 16 Gesellschafter – darunter alle drei Landkreise der Region, die Stadt Pforzheim, weitere Kommunen sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) – konnten sich nämlich gestern bei ihrer Sitzung in Calw nicht zur Wahl eines Nachfolgers für Steffen Schoch durchringen. „Wir setzen uns im Herbst erneut zusammen und beraten darüber, wie es weitergehen soll“, sagte gestern Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Riegger auf Anfrage. Mit großer Mehrheit habe man sich dafür entschieden, so der Calwer Landrat, keinen der drei gestern in der Endauswahl befindlichen Kandidaten zu wählen. Die drei Männer, die sich dem Aufsichtsrat präsentieren durften, kommen laut PZ-Informationen alle aus Baden-Württemberg – aber nicht aus der Region Nordschwarzwald. Ursprünglich hatten sich 26 Personen aus ganz Deutschland um die Stelle beworben, von denen sich sechs Interessenten in zwei Sitzungen einem Auswahlgremium stellen durften.

„Frau Kaiser ist eine sehr gute Stellvertreterin“, lobte Riegger die Bad Liebenzellerin, die aus Stuttgart stammt. Eigentlich sollte sie für den auf eigenen Wunsch nach Heilbronn gewechselten Steffen Schoch nur für rund drei Monate als Stellvertreterin in die Bresche springen. Immerhin: Seit sechseinhalb Jahren ist Kaiser bei der WFG tätig, zunächst als Projektmitarbeiterin, dann als Projektleiterin und seit 1. Juli als stellvertretende Geschäftsführerin.

„Es überrascht mich, dass ich ein halbes Jahr Geschäftsführerin bin. Ich fühle mich der Aufgabe gewachsen, zumal ich von allen Mitarbeitern am längsten dabei bin“, sagte Nadine Kaiser zur PZ. „Fast jedes Projekt ist durch meine Feder gegangen. Dass die Suche etwas länger dauert, macht mir nichts aus. Dies ist eine Herausforderung, weil ich zusätzlich Projektleiterin bleibe.“ Die Geschäftsstelle in Pforzheim ist derzeit mit viereinhalb Stellen besetzt.

Lob vom bisherigen Chef

Nur Gutes weiß Kaisers ehemaliger Chef Steffen Schoch über seine Mitarbeitern zu sagen: „Die langjährige Projektleiterin kennt die Anforderungen und Strukturen der WFG. Sie ist geeignet, um die Kontinuität zu halten und die Geschäftsführung auf meinen Nachfolger zu überführen.“

Fraglich ist, ob zum 1. Januar ein neuer Geschäftsführer gefunden wird. Denn bei einer erneuten Ausschreibung kann sich das Verfahren lange hinziehen.