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Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur freut sich, die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem April seit 1992 zu verkünden.
Frühjahrsbelebung am Pforzheimer Arbeitsmarkt © dpa
02.05.2012

Niedrigste Arbeitslosenzahl seit 20 Jahren in Pforzheim

Pforzheim/Enzkreis. Walter Reiber, Chef der Pforzheimer Arbeitsagentur freut sich, die niedrigste Arbeitslosenzahl in einem April seit 1992 zu verkünden: „Im April waren es 7 249 Arbeitslose, ein Niveau, das zuletzt vor zwanzig Jahren erreicht wurde.“

Rückläufige Zahlen neuer Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit und steigende Abgangsmeldungen aus Arbeitslosigkeit führten zu diesem Ergebnis. „Die regionale Wirtschaft hat erneut mehr Kräfte als im Vormonat angefordert und zeigt sich auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt deutlich aufnahmebereiter als im Vorjahr. Die Zeichen zeigen auf eine anhaltende Frühjahrsbelebung“, analysiert Walter Reiber. Ein Blick auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unterstreicht diese Feststellung. Die jüngste Auswertung vom September letzten Jahres weist für Pforzheim und den Enzkreis einen Beschäftigungszuwachs von 2,9 Prozent aus; eine Steigerung um knapp dreitausend Arbeitsplätze.

 

Bei einem Rückgang um 100 Arbeitslose innerhalb eines Monats gab die Arbeitslosenquote um einen Zehntelprozentpunkt auf 4,5 Prozent nach. Noch deutlicher wird die Entwicklung im Vorjahresvergleich; damals waren es gut 700 Arbeitslose mehr, bei einer Quote von 4,9 Prozent.

 

Die regionalen Arbeitgeber forderten innerhalb eines Monats 726 neue Kräfte an, lagen somit um 17,5 Prozent über dem Vormonatsergebnis und übertrafen auch den Vorjahreswert um knapp zwei Prozent. Am Monatsende standen 1 936 freie Stellen zur Verfügung.

 

Von den 7 249 Arbeitslosen wohnen 4 583 in der Stadt Pforzheim und 2 666 im Enzkreis. Die Arbeitslosenquote der Stadt Pforzheim erholte sich um einen Zehntelprozentpunkt auf 7,6 Prozent und für den Enzkreis wurde nach einer Verbesserung von einem Zehntelprozentpunkt, eine Quote von 2,6 Prozent ausgewiesen. Landesweit betrachtet, ergibt sich somit die zweitniedrigste Arbeitslosenquote im Ranking der Stadt- und Landkreise, hinter dem Kreis Biberach mit 2,5 Prozent. Obwohl auch für die Stadt Pforzheim rückläufige Arbeitslosenzahlen ausgewiesen wurden, bringt sie es auch im April auf die höchste Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg mit 7,7 Prozent.

 

Landesweit blieb es bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). Es waren 223 044 Personen arbeitslos, knapp eintausend weniger als im März und 12 060 weniger als im Vorjahr. Verglichen mit dem Agenturbezirk Pforzheim entwickelte sich die Kräftenachfrage in ganz Baden-Württemberg nicht so positiv. Hier forderte der Arbeitsmarkt 24 855 Kräfte bei den Arbeitsagenturen an und lag somit um rund 1 800 unter dem Märzniveau und um rund 3 500 unter dem Vorjahreswert.

 

 

 

Arbeitslose

 

Von den 7 249 Arbeitslosen werden 2 700 über die Zuständigkeit des Rechtskreises des Sozialgesetzbuches III (SGB III – Versicherungsleistungen) betreut, 104 weniger als im März und 227 weniger als vor einem Jahr. An der Gesamtarbeitslosigkeit machen sie einen Anteil von 37,2 Prozent aus. Kaum verändert hatte sich Anzahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II-SGB II). So waren es im April bei 4 549 Arbeitslosen innerhalb von vier Wochen vier mehr, allerdings knapp 500 weniger als im April des Vorjahres.

 

Im Berichtsmonat kamen 1 524 Arbeitslose auf die Arbeitsagentur und die Jobcenter Stadt Pforzheim und Enzkreis neu oder erneut zu; 36 weniger als im April und 416 weniger als vor einem Jahr. Von ihnen kamen 647 aus einer Erwerbstätigkeit und 241 hatten eine Ausbildung oder Bildungsmaßnahme beendet.

 

Im Gegenzug konnten innerhalb von vier Wochen 1 618 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. „Der höchste Wert seit Jahresbeginn. Besonders positiv wirkt der hohen Anteil derer, die eine Erwerbstätigkeit aufnehmen konnten“, sagt Walter Reiber. Denn gut jede dritte Abmeldung aus der Arbeitslosigkeit erfolgte wegen einer Arbeitsaufnahme. Seit Jahresbeginn steigt dieser Wert ständig an. Wegen der Aufnahme einer Ausbildung oder dem Einstieg in eine Bildungsmaßnahme meldeten sich 246 Personen aus der Arbeitslosigkeit ab.

 

 

 

Situation in Pforzheim und dem Enzkreis

 

Für die Stadt Pforzheim und den Enzkreis ergaben sich im Berichtsmonat rückläufige Arbeitslosenzahlen. Beide Arbeitslosenquoten erholten sich um jeweils einen Zehntelprozentpunkt; allerdings auf unterschiedlichem Niveau. 4 583 Pforzheimer Bürgerinnen und Bürger waren ohne Arbeit, das waren 37 weniger als vor einem Monat und 229 weniger als vor einem Jahr. Von ihnen werden 72,7 Prozent über die Zuständigkeit des Sozialgesetzbuches II betreut, während 27,3 Prozent im Zuständigkeitsbereich der Versicherungsleistung zugeteilt werden. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 7,7 Prozent. Leider wies die Statistik auch im April für die Stadt Pforzheim die höchste Arbeitslosenquote unter den Stadt- und Landkreisen Baden-Württembergs aus, gefolgt von den Stadtkreisen Mannheim mit 6,3 Prozent und Heilbronn mit 6,2 Prozent.

 

Für den Enzkreis wurden im April 2 666 und damit 63 Arbeitslose weniger gezählt. Hier waren es mit 54,3 Prozent überwiegend Arbeitslose des Zuständigkeitsbereichs der Versicherungsleistung, während der Anteil derer, die im Bezug von Arbeitslosengeld II stehen bei 45,7 Prozent lag.

 

Die Arbeitslosenquote stand am Monatsende bei 2,6 Prozent. Nach dem Kreis Biberach mit dem Spitzenwert von 2,5 Prozent, konnte der Enzkreis die zweitbeste Quote vorweisen.

 

Regionaler Arbeitsmarkt

 

Im Bezirk der Hauptagentur mit der Stadt Pforzheim und dem östlichen Enzkreis wurden im April 6 294 Arbeitslose und damit innerhalb eines Monats 99 weniger gezählt. Gegenüber dem Vorjahr waren es rund 500 weniger. Die Arbeitslosenquote reagierte nicht, es blieb bei einer stabilen Quote von 4,9 Prozent.

 

Es gab 570 neue Stellen, gegenüber dem Vormonat 122 mehr, allerdings zehn weniger als vor einem Jahr. Am Monatsende waren noch 1 509 freie Stellen zu besetzen.

 

 

 

Für den Geschäftsstellenbezirk Mühlacker mit dem östlichen Enzkreis blieb es bei einer stabilen Arbeitslosenquote von 3,0 Prozent bei einer annähernd unveränderten Arbeitslosigkeit von 955 (plus eins). Leicht zurückhaltend zeigten sich die regionalen Arbeitgeber; 156 Stellenangebote waren 14 weniger als im März aber 23 mehr als im Vorjahr. Am Monatsende waren es noch 427 offene Stellen, um 20 leicht über dem Vormonatsniveau. Der Vorjahreswert konnte mit einem Plus von 98 deutlich übertroffen werden.

 

 


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