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Satoru Iwata 2009 bei einer Präsentation in Los Angeles.  GOMBERT
Satoru Iwata 2009 bei einer Präsentation in Los Angeles. GOMBERT
14.07.2015

Nintendo-Visionär stirbt mit 55

Nintendo-Chef Satoru Iwata, einer der bekanntesten Visionäre der Videospiele-Branche, ist im Alter von 55 Jahren an Krebs gestorben. Der japanische Spiele-Spezialist Nintendo verliert damit seine Führungsfigur in schwieriger Umbruch-Zeit: Das Geschäft wird von günstigen Smartphone-Games unter Druck gesetzt.

Als Nachfolgelösung sollen zunächst die Top-Manager Shigeru Miyamoto und Genyo Takeda Nintendo weiterführen, wie der Konzern gestern ankündigte. Der 62-jährige Miyamoto genießt als Schöpfer von Spielen wie „Super Mario“, „Zelda“ oder „Donkey Kong“ ebenfalls den Status einer Legende. Der 66-jährige Takeda ist für Geräte zuständig.

Iwata war eine Ausnahmeerscheinung in der Chefetage eines Milliarden-Unternehmens: Ein passionierter Spiele-Programmierer, der in einen Manager-Job aufstieg. Das gab ihm zusätzliches Gewicht in der Branche und auch bei Entscheidungen innerhalb von Nintendo. „Auf meiner Visitenkarte bin ich ein Konzernpräsident. In meinem Kopf bin ich ein Spiele-Entwickler. In meinem Herzen bin ich ein Gamer“, sagte Iwata bei einem Auftritt 2005.

Iwata wurde 2002 der erste Nintendo-Präsident, der nicht zur Nintendo-Gründerfamilie Yamauchi gehörte. Sein größter Wurf war die 2006 gestartete Spielekonsole Wii. Sie lockte mit ihrer bewegungsempfindlichen Steuerung viele Gelegenheitsspieler an und verkaufte sich deutlich besser als die technisch überlegenen Konsolen Playstation 3 von Sony und Xbox 360 von Microsoft. Der Absatz des Nachfolgemodells Wii U blieb bisher jedoch weit hinter den Erwartungen zurück.

Vor die größte Herausforderung stellte Nintendo jedoch die Ära moderner Touchscreen-Smartphones. Der Konzern hatte mit dem Gameboy noch in den 80er-Jahren die erste erfolgreiche mobile Spielekonsole herausgebracht, und Iwata konnte an die Erfolge zunächst mit dem klappbaren Modell DS anknüpfen. Doch die Menschen verbringen inzwischen immer mehr Zeit mit kostenlosen Games auf ihren Smartphones.