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Selbst ist der Mann: Dieses Paket hat Peter Boch (links) unter der Anleitung von Mitarbeiterin Ute Hartert und Standortchef Alexander Bruggner gepackt. Foto: Meyer
Selbst ist der Mann: Dieses Paket hat Peter Boch (links) unter der Anleitung von Mitarbeiterin Ute Hartert und Standortchef Alexander Bruggner gepackt. Foto: Meyer
Rund drei Millionen Artikel lagern zurzeit am Standort in Pforzheim. Foto: Meyer
Rund drei Millionen Artikel lagern zurzeit am Standort in Pforzheim. Foto: Meyer
16.11.2017

OB Peter Boch auf Tuchfühlung mit Amazon

Pforzheim. Oberbürgermeister Peter Boch das Pforzheimer Logistikzentrum von Amazon besucht. Mehr als drei Millionen gelagerte Artikel, 110.000 Quadratmeter Fläche, 1200 ganzjährig Beschäftigte – der Pforzheimer Amazon-Standort kann sich sehen lassen. Rund 70.000 Artikel werden hier pro Tag verschickt. Hauptsächlich nach Deutschland und Mitteleuropa, doch auch in Richtung Chile oder Neuseeland verlassen die Pakete das Logistikzentrum.

All das erklärt Standortleiter Alexander Bruggner am Mittwoch mit Stolz in der Stimme. 17 Fußballfelder sei das Logistikzentrum groß. Und auch wenn Oberbürgermeister Peter Boch (CDU) kein Fußballfan ist – die Zahlen beeindrucken das Pforzheimer Stadtoberhaupt während seines Antrittsbesuchs beim hiesigen Standort des Internetriesen trotzdem.

Und es gibt einiges zu sehen: Los geht der Rundgang bei der Einlagerung, dem sogenannten Stow-Bereich. Hier werden die Waren in die Regale geräumt – nach dem Prinzip Chaos. Wo immer ein Platz frei wird, wird der nächste Artikel verstaut. Boch ist sichtlich fasziniert. Auf die scherzhafte Frage, ob er sich das nicht auch für zuhause vorstellen könne, lacht er zur Antwort laut. Dann geht es weiter zur Packstation. Hier darf der OB dann selbst ran: Der Wagen mit der Ware kommt an, ein Artikel wird gescannt. Das System erkennt den Auftrag und schlägt einen passenden Karton vor. Den schnappt sich Boch, faltet ihn auf und packt den Artikel ein. Er stopft den Karton mit Papier aus und etikettiert ihn. Das Zukleben übernimmt dann wieder Mitarbeiterin Ute Hartert. Das war’s – das Paket fährt auf dem Band davon.

Nächste Station des Rundgangs ist der sogenannte Flow-Room. „Von hier wird alles gesteuert“, sagt Bruggner. Auf großen Bildschirmen prangen massenhaft Tabellen und Diagramme. „Absolute Reizüberflutung“, findet Boch und staunt.

Zum Schluss darf der OB noch einen Blick auf das Ende der Förderbänder werfen, die sein selbst gepacktes Paket zuvor abtransportiert hatten. Dort stehen Mitarbeiter, die die Päckchen in Lkws laden. „Man hat als Außenstehender keine Vorstellung, was alles dahintersteckt“, sagt Boch am Ende. „Es ist sehr beeindruckend.“

Das sieht nicht nur Boch so: Der Pforzheimer Standort sei mittlerweile ein „Referenzwerk in der Amazonwelt“, sagt Bruggner. Es komme Besuch aus den USA, um zu schauen, wie man hier arbeite. Außerdem sei Amazon Pforzheim „gelebte Integration“. Mehr als 70 Nationen seien in der Belegschaft vertreten.

Bochs Vorgänger Gert Hager (SPD) hatte einst betont, dass Amazon ein wichtiger Gewerbesteuerzahler sei. Das soll nach Bruggners Aussage auch so bleiben: Amazon zahle weiterhin Gewerbesteuer, immerhin mache man auch weiter Umsatz. Im Jahr 2016 lag der bei knapp 57 Millionen Euro – 2015 waren es 50 Millionen gewesen.

Für Amazon beginnt nun eine wichtige Zeit: das Weihnachtsgeschäft. Zu keiner Zeit des Jahres gibt es mehr zu tun. 500 Saisonarbeiter werden benötigt, um das Pensum zu bewältigen. 11,14 Euro bezahlt das Unternehmen den Kräften pro Stunde. „Die sind alle schon eingestellt“, sagt Bruggner. Weihnachten kann kommen.