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Der russische Energieminister Alexander Novak (von links), OPEC-Präsident Khalid Al-Falih (Saudi Arabien) und Mohammed Al-Sada (Quatar) wollen den Ölpreis gerne auf einem höheren Niveau sehen.Foto: Lisi Niesner
Der russische Energieminister Alexander Novak (von links), OPEC-Präsident Khalid Al-Falih (Saudi Arabien) und Mohammed Al-Sada (Quatar) wollen den Ölpreis gerne auf einem höheren Niveau sehen.Foto: Lisi Niesner
16.05.2017

Ölkartell Opec und Russland wollen den Ölhahn weiter zudrehen

Singapur. Die wichtigen Ölstaaten Saudi-Arabien und Russland wollen eine seit Beginn des Jahres gültige Kürzung der Fördermenge zur Stabilisierung der Ölpreise zeitlich deutlich ausweiten. Beide Länder streben an, dass die ursprünglich auf sechs Monate bis Juni begrenzte Produktionskürzung bis Ende des ersten Quartals 2018 ausgedehnt werden soll.

Das machten der saudische Ölminister Khalid Al-Falih und sein russischer Amtskollege Alexander Nowak gestern auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Peking deutlich.

Es sei notwendig geworden, die vereinbarte Kürzung der Fördermenge zu verlängern, meinte der saudische Ölminister. Das angestrebte Ziel bei den Ölreserven sei bis Ende Juni nicht mehr zu erreichen. „Deshalb sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass es möglicherweise besser ist, das Ende der Förderkürzung auf das Ende des ersten Quartals 2018 zu verschieben“, sagte Khalid Al-Falih.

Am 25. Mai treffen sich die Vertreter des Opec-Ölkartells mit weiteren Förderländern. Auf dieser Konferenz in Wien wollen Saudi-Arabien und Russland ihre Vorschläge zur Debatte stellen. Ende des vergangenen Jahres hatten sich Mitgliedsstaaten des Opec-Ölkartells mit anderen wichtigen Förderländern wie Russland auf eine Kürzung der Produktionsmengen geeinigt. Die Vereinbarung ist auf sechs Monate begrenzt und trat Anfang des Jahres in Kraft. Nach Einschätzung von Experten wird die Kürzung weitgehend umgesetzt. Sie hatte zeitweise einen starken Anstieg der Ölpreise zur Folge. Verbraucher mussten mehr an der Tankstelle oder fürs Heizen bezahlen.

Während die Opec und Russland ihre Produktion kürzten, legte die Fördermenge in den USA hingegen zu. Laut jüngsten Daten der US-Regierung vom vergangenen Mittwoch hat die landesweite Ölproduktion den höchsten Stand seit Mitte 2015 erreicht. Die immer höhere Fördermenge in den USA hatte die Ölpreise dann wieder sinken lassen.

Nach den Äußerungen der Ölminister von Saudi-Arabien und Russland sind die Ölpreise gestern gestiegen. Am Morgen kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 73 Cent oder 1,44 Prozent auf 51,56 US-Dollar. Ähnlich sah die Bewegung beim Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) aus. Dieser legte um 73 Cent oder 1,53 Prozent auf 48,58 Dollar zu.

Die Opec hatte im vergangenen November eine Kürzung der Förderung um 1,2 Millionen Barrel pro Tag vereinbart. Es war die erste Kürzung dieser Art seit 2008. Im Dezember zogen elf erdölfördernde Länder außerhalb der Opec nach und kündigten eine Kürzung von 558.000 Barrel pro Tag an.