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© Grafik: dpa
17.12.2015

Ostsee leitet Erdgas nach Deutschland: Nord Stream

Brüssel. Nord Stream ist eine rund 1200 Kilometer lange Erdgasleitung quer durch die Ostsee. Die Pipeline transportiert sibirisches Gas von Russland direkt nach Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern. Von dort wird es weiterverteilt.

 

Der erste Strang der 7,4 Milliarden Euro teuren Trasse ging im November 2011 nach eineinhalb Jahren Bauzeit in Betrieb. Nach Fertigstellung des zweiten Stranges im Herbst 2012 kann die Leitung 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr transportieren. Mit der Menge können rechnerisch 26 Millionen Haushalte versorgt werden. Den Vorsitz im Aktionärsausschuss des Nord-Stream-Konsortiums hat Altkanzler Gerhard Schröder.

 Die geplante Erweiterung der Erdgasleitung (Nord Stream 2) soll die Kapazität verdoppeln. Größter Gesellschafter bei Nord Stream 2 wird den derzeitigen Plänen zufolge wieder der staatliche russische Gasmonopolist Gazprom. Teilhaber sind zudem die deutschen Konzerne Eon und BASF, das britisch-niederländische Unternehmen Shell, die österreichische OMV sowie die französische Engie-Gruppe.

 Wenn Wladimir Putin die Vorteile der Ostsee-Gasleitung preist, benutzt der Kremlchef gern einen griffigen Vergleich: Nord Stream werde «die Leistung von elf Atomkraftwerken» haben, sagt dann der Präsident mit Blick auf Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie. dpa