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Timea (rechts) packt schon mal ihr Vesper rein: Über das Engagement der Goetheschüler als Tester und kreative Gestalter der „PicknickBox“ freuen sich Jungunternehmer Imran Lazouane und Lehrerin Renate Gajdos (Dritte von links). Seibel
Timea (rechts) packt schon mal ihr Vesper rein: Über das Engagement der Goetheschüler als Tester und kreative Gestalter der „PicknickBox“ freuen sich Jungunternehmer Imran Lazouane und Lehrerin Renate Gajdos (Dritte von links). Seibel
09.12.2016

Packende Geschäftsidee soll das Picknick neu beleben

Mit seiner Box will Imran Lazouane nicht nur das Picknick revolutionieren. Der Gründer sorgt für Aufsehen – mit einer Auktion für den guten Zweck.

An Selbstbewusstsein mangelt es Imran Lazouane nicht. Seine Geschäftsidee nennt er „das innovativste Tragesystem des 21. Jahrhunderts“, wahlweise auch „das coolste Tragesystem der Welt“. Die Begeisterung des 25-jährigen Pforzheimers wirkt ansteckend. Gute Laune hat er jüngst auch bei Siebtklässlern der Goetheschule Freie Waldorfschule verbreitet, mit deren Hilfe er eine Internet-Auktion für den guten Zweck auf die Beine stellt. Die Bemalung macht dabei zum Einzelstück, was den Jungunternehmer in Serie zum Erfolg führen soll: die „PicknickBox“, eine ausgesprochen kreative Kartonage.

Eben die Suche nach Geistesblitzen für seine Bachelorarbeit war es, die Lazouane in die Wälder bei Ludwigshafen führte. An der dortigen Hochschule hat der Pforzheimer Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Logistik studiert. Frische Luft in der Natur macht Hunger. Irgendwann nahm Lazouane einen Picknickkorb mit, der aber groß, sperrig und unhandlich war und den Träger in seiner Bewegungsfreiheit stark einschränkte. Da muss es doch etwas Besseres geben, dachte sich der junge Mann und bewies Köpfchen. Gemeinsam mit zwei Partnern tüftelte er an einer Alternative. Sechs Monate dauerte es, bis die Idee im Wortsinn greifbar wurde. „PicknickBox“ heißt das Produkt, „pnbx“ die Marke, für die gerade ein Patentverfahren läuft.

Kaufen kann man die Box aus Karton bereits, die so gewitzt gefaltet und gestaltet ist, dass Picknicker Teller, Tassen und Besteck mitführen, dank der drei angebotenen Größen etwa auch eine Weinflasche dazupacken können und dabei auch noch etwas für ihre Gesundheit und die Natur tun. Denn zum einen hält man die Box – wie einen Werkzeugkoffer – auf Höhe der Hüfte, was das Tragen erleichtert. Zum anderen ist das Material der Box leichter und umweltfreundlicher als übliche Picknickkörbe. „Plastik in der Natur – das geht gar nicht“, findet Lazouane, der seinem Produkt deshalb auch eine pädagogische Komponente zuspricht.

Der Pforzheimer hat sich schon zu Schulzeiten systematisch nach vorne gearbeitet – er besuchte die Inselschule, die Eutinger Karl-Friedrich-Schule sowie die Fritz-Erler-Schule und legte schließlich an der Ludwig-Erhard-Schule die Fachhochschulreife ab. Eben das „Systemdenken“ der Nutzer soll nun die „PicknickBox“ schulen. Wer seine Siebensachen ordentlich in der Box drapiert, bekommt mehr unter. Und dies nicht nur für Touren im Forst. Lazouane ist sicher, dass Käufer ihre „pnbx“ auch zum Shoppen oder zum Sport mitnehmen und überhaupt fast gar nicht mehr loslassen werden, als so packend empfindet er die Geschäftsidee.

Kinder schaffen Unikate

Eine Internetseite samt Online-Shop gibt es schon – je nach Größe kostet solch eine Box zwischen neun und zehn Euro. Lazouane ist gerade dabei, eine App zu entwickeln, auf der Box-Besitzer Rezepte finden, Märchen mit Naturbezug lesen oder sich zum gemeinsamen Picknicken verabreden können. Nicht nur seiner Firma, sondern vor allem auch der Arbeit im Remchinger Kinder- und Jugendheim Sperlingshof soll die Auktion einen kleinen Schub geben, die vom 14. bis 21. Dezember online anläuft. Die schönsten fünf der zehn von den Waldorfschülern gestalteten Boxen werden versteigert. Als „fasziniert und motiviert“ hat Lazouane die Kinder erlebt und „voller Begeisterung“ – angesteckt von einem Enthusiasten, der sich „derzeit Vollzeit“ dem Projekt „PicknickBox“ widmet.

Und was meinen die jungen Testpersonen? „Schon praktisch“ findet Janis (12) die Box, mit der er einkaufen war. Laut Valentin (13) hat sie auch den Härtetest im Regen bestanden. Timea (12), die eine Stofftasche weiterhin vorzieht, hat eine Box mit aufgemalten vier Jahreszeiten sowie aufgeklebten bunten Bömmeln und Strass-Steinen in eines der fünf Kunstwerke für die Auktion verwandelt. Das Fazit der Goetheschüler nahm Lazouane ernst und wichtig: „Ich war aufgeregt wie am ersten Schultag.“

www.pnbx.de