nach oben
Peter Bofinger. Foto: Ketterl
Peter Bofinger. Foto: Ketterl
11.01.2019

Peter Bofinger im PZ-Interview: Wirtschaftsweiser warnt vor China

Pforzheim. Dumping-Preise, Übernahmen europäischer Hightech-Firmen, staatliche Eingriffe – China wird auch mit umstrittenen Methoden zur wirtschaftlichen Supermacht. Die deutsche Marktwirtschaft müsse „widerstandsfähiger“ gemacht werden, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Grundsatzpapier des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).

Viele fürchten, dass die Chinesen auch die deutsche Automobilbranche ins Wanken bringen.

[ Das komplette Interview lesen Plus-Abonnenten hier oder am 11. Januar in der Pforzheimer Zeitung ]

Dass die Herausforderung durch das Reich der Mitte gewaltig ist, weiß auch Wirtschaftsweiser Peter Bofinger. „Ich habe das schon im August 2017 erklärt“, sagt der gebürtige Pforzheimer am Donnerstag bei einem PZ-Redaktionsgespräch. „Die jetzige Situation ist eigentlich die Chance für Europa. Wir haben Trump, der seine Interessen verfolgt, wir haben die Chinesen, die sehr viel geschickter und weitsichtiger ihre Zukunftsvisionen verfolgen als Trump. Das wäre jetzt eigentlich ganz klar ein Ruf an Europa, gemeinsam zu handeln“, erklärt Bofinger. Bei der Automobilentwicklung, der E-Mobilität und dem autonomen Fahren müsse man ein europäisches Gesamtkonzept entwickeln. „Es wird Zeit, dass wir dafür die Infrastruktur aufbauen, dass wir das fördern“, so Bofinger. Langsam wachten Deutschland und Europa auf. „Vielleicht hätte man schon vor zehn Jahren was machen können und nicht warten, bis uns die Chinesen vorführen“, betont der Wirtschaftsweise.

Was den Handelskonflikt zwischen den USA und China angehe, könne er die Haltung von US-Präsident Trump nicht nachvollziehen. „Im Prinzip schaden sich beide. Sich wechselseitig mit Zöllen zu überziehen, ist ziemlich blöd.“