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Finden ihre Ideen auch mal gerne im Freien (von links): Sven Häuser sowie Kim Eisenmann und ihr FlipPen.“ Warzecha
Finden ihre Ideen auch mal gerne im Freien (von links): Sven Häuser sowie Kim Eisenmann und ihr FlipPen.“ Warzecha
25.08.2017

Pfiffige Studenten: Geschäftsidee aus „Spinnerei“

Mit einem Fingerzeig dreht sich das Rädchen und der Pausenspaß ist garantiert. Der sogenannte Fidget Spinner sorgt seitMonaten in Kinderzimmern und Schulpausen für Abwechslung. Doch der Fidget Spinner ist eben nur ein Spielzeug.

Was aber, wenn man dieses Spielzeug weiterentwickelt, so dass man in Windeseile beim Durcharbeiten von Unterlagen zwischen Kugelschreiber und Marker hin und her wechseln kann? D

Der FlipPen ist eine Kombination aus Kugelschreiber, Textmarker und Fidget Spinner. Vom Aussehen her erinnert er an eine Pfeilspitze, in deren Innerem austauschbare Minen für Kugelschreiber und Textmarker untergebracht sind. Im Schwerpunktbereich in der Mitte des Stiftes ist ein Kugellager eingesetzt, das eine reibungsreduzierte Drehbewegung zulässt. Diesen pragmatischen Einfall hatten der angehende Pforzheimer Wirtschaftsingenieur (Internationales Wirtschaftsingenieurwesen, 5. Semester), Sven Häuser, und Kim Eisenmann, Masterstudentin für Wirtschaftsingenieurwesen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), während ihrer Klausuren-Phase im vergangenen Wintersemester. Zum Stressabbau spielte Häuser mit einem Fidget Spinner während des Lernens. Das Problem aber war, dass er für Notizen und Markierungen jeweils den Spinner aus der Hand legen und ein anderes Schreibgerät in die Hand nehmen musste. Kim Eisenmann nahm diese Störung im Arbeitsablauf als Grundlage und kam auf die Idee, den Spinner mit einem Kugelschreiber und einem Textmarker auszustatten. Die 3-in-1-Idee war geboren, eine Kombination aus Handspielgerät und Schreibartikel. „Ich habe mir überlegt, wie ich meinen Lernvorgang produktiver gestalten kann. Also erfand ich zusammen mit meinem Partner etwas, mit dem ich gleichzeitig Textstellen markieren, Notizen machen kann und mit dem meine Hände zwischendrin etwas zu tun, etwas zum Spielen, haben. Ganz wirtschaftspragmatisch eben“, sagt Eisenmann ganz schlicht.

Das Oberflächenprofil weist zusätzlich dazu eine besondere haptische Struktur auf, die entspannungs- und konzentrationsfördernd wirkt. Die restliche glatte Fläche dient dem Branding, also dem Markenprofil. Stolz zeigt Häuser einen der Prototypen ihres „FlipPens“, wie ihr Produkt heißt.

Den Prototypen, er glänzt in orange-rot, weiß und schwarz, hat das Paar selbst per CAD entworfen und im 3 D-Druck-Verfahren hergestellt. Der verkäufliche FlipPen soll mittels Spritzguß – Verfahren hergestellt werden. Ein Promotionsvideo für eine Crowdfounding-Kampagne haben sie vor kurzem abgedreht.

Wie sie ihr Produkt am besten verbreiten möchten? Als Werbeartikel für Firmen unterschiedlicher Branchen, denn auf ihr Produkt lassen sich leicht Logos oder Namen und Adressdaten aufdrucken. Je nach Bestellgröße ist der FlipPen in jeder gewünschten Farbe mit jedem gewünschten Aufdruck erhältlich. Das futuristische Design soll den Unterschied zu den bisherigen Werbeartikeln wie Kugelschreiber, Gummibärchen, Stofftaschen oder Schlüsselanhänger, die sich sonst auf Messen oder auf Schreibtischen finden lassen, machen. Interessant ist der FlipPen als Werbeartikel beispielsweise für Tagungs- und Kongressveranstalter sowie Hotels. Für Fluggesellschaften stellt der FlipPen aufgrund seines flugzeugähnlichen Designs ein Business Class - Geschenk dar, das es so bisher nicht gegeben hat. Ebenso profitieren Automobilfirmen, PR- und Eventagenturen, Universitäten, Merchandisefirmen, Behörden und vor allem Werbeartikelanbieter von der innovativen Idee mit der 3-in-1-Lösung. Für das Paar heißt es jetzt, aktiv an potentielle Kunden heranzutreten und sich schon jetzt um Weihnachts-Geschenkartikel zu kümmern, da sich beide vom weihnachtlichen Geschäft einen enormen Gewinn versprechen. „Wichtig ist, dass einer mehr oder etwas anderes kann als der andere und man sich ergänzt.“ Selbstverwirklichung komme ganz klar vor dem Aspekt des reinen Geldverdienens“, sagen beide. Dass das bei beiden, die als Unterstützung im Team noch einen Unternehmensberater haben, funktioniert, belegt schon die Tatsache, dass sie seit sechs Jahren schon ein privat eingespieltes Team sind.

www.flip-pen.de