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Der Messplatz bietet genügend Ausstellungsfläche. Foto: Ketterl
Der Messplatz bietet genügend Ausstellungsfläche. Foto: Ketterl
Der 33. Pforzheimer Automarkt war im Frühjahr erneut ein Besuchermagnet. Foto: Ketterl
Der 33. Pforzheimer Automarkt war im Frühjahr erneut ein Besuchermagnet. Foto: Ketterl
21.07.2016

Pforzheim: Bekenntnis zum Automarkt

Pforzheim. Als „Alleinstellungsmerkmal“ bezeichnet nicht nur Jürgen Kellenberger, langjähriger Obermeister der Kfz-Innung, den Pforzheimer Automarkt auf dem Messplatz – immer 14 Tage vor Ostern – die größte Präsentation von Händlern in der Region.

„Was wäre die Fahrzeugindustrie ohne die vielen Zulieferer, ohne den Handel und ohne die Werkstätten?“, sagte Oberbürgermeister Gert Hager bei der Eröffnung in diesem Frühjahr. 20 000 Besucher kamen. 18 Händler, die 29 Marken vertreten, hatten zwei Tage lang rund 900 Fahrzeuge auf den Messplatz gestellt – „mehr geht nicht“, sagt Markus Walter, Inhaber des gleichnamigen Autohauses und Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Pforzheimer Autohändler (IPA). Auch organisatorisch ist diese Veranstaltung ein Kraftakt. Sie bindet Personal über ein ganzes Wochenende. „Für jeden Aussteller bedeutet diese Autoshow eine große logistische, vor allem aber personelle Herausforderung, die die Autohändler zu stemmen haben“, erklärt Walter. Deshalb wurde über die Neuauflage des Automarkts im nächsten Jahr auch kontrovers diskutiert. Schließlich sind die Autohäuser das ganze Jahr über gefordert, wenn es bei Events gilt, neue Modelle ins rechte Licht zu rücken. Unter den Machern wurde auch über den Kosten/Nutzen-Effekt des Marktes diskutiert. Die höhere Frequenz von Veranstaltungen in den einzelnen Autohäusern stellen die Mitarbeiter der Branche vor immer größere Herausforderungen.

Der Kunde habe weiterhin die Möglichkeit sich in kürzester Zeit einen Eindruck über eine Vielzahl von Modellen zu verschaffen. „Fast alle Hersteller sind vertreten.“ Der Pforzheimer Automarkt ist und bleibt insgesamt eines der Großereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. „Wir hoffen natürlich, für den Automarkt und andere Veranstaltungen, dass der Messplatz erhalten bleibt“, so Walter im Hinblick auf die Überlegungen der Stadtverwaltung zur Bebauung des Messplatzes.

Gegenüber der PZ hatte der CDU-Stadtrat und Geschäftsführer der Baugenossenschaft Arlinger, Carsten von Zepelin, dafür plädiert, sich erneut ernsthaft mit dem Thema zu befassen. Der Messplatz biete „unglaubliche Flächenreserve“ für mehrere Hundert Wohnungen. Für ein solches Wohnquartier macht sich auch die Grüne Liste mit Baubürgermeisterin Sybille Schüssler stark. Oberbürgermeister Gert Hager (SPD) hatte sich dagegen für die bisherige Nutzung ausgesprochen. „Die Mess bleibt, wo sie hingehört – auf dem Messplatz“, sagte er zu den verunsicherten Schaustellern der Pforzemer Mess. Deren Sprecher Artur Dingeldein, Betreiber des „Schwarzwaldhauses“, ist sich mit seinen Kollegen einig: Eine Verlagerung der Mess in eine Randlage wäre eine „absolute Katastrophe“. Ähnlich negativ fällt die Einschätzung der Anwohner aus. Der KF-Quartiersrat und der Weststadt-Bürgerverein pochen auf den Erhalt der Parkplätze auf dem Messplatz. Es gebe im Umfeld etliche Firmen, Praxen und Kanzleien mit regem Publikumsverkehr.