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Ein Signalgeber für das Abbiegeassistenzsystem für Busse der Hamburger Hochbahn.  Foto: Christian Charisius/dpa 

Pforzheim: „Industrie trifft Hochschule“ erkundet Künstliche Intelligenz

Pforzheim. Schwere Kost beim Online-Seminar von „Industrie trifft Hochschule“: Gleich mehrere Experten referierten über Künstliche Intelligenz (KI). Diese hat schon in vielen Bereichen einen maßgeblichen Beitrag zur Lösung komplexer Aufgabenstellungen geleistet. Doch offenbar stehen wir erst am Anfang einer dynamischen Entwicklung, die eine erneute industrielle Revolution auslösen könnte.

Der Einsatz von KI nimmt auch in vielen mittelständischen Unternehmen der Region zu. Die vorgestellten Projektarbeiten werden von der Hochschule Pforzheim unter Federführung von Professor Norbert Schmitz begleitet.

Wartungsbedarf vorhersagen

Eine Anwendung der Künstlichen Intelligenz ist die sogenannte Predictive Maintenance, dessen Ziel die Vorhersage der Zustände von Maschinen und Werkzeugen ist. Durch diese Vorhersage ist es möglich, wahrscheinliche Ausfallzeiten zu minimieren und notwendige Wartungen besser planen zu können. Diplom-Ingenieur Florian Liebgott von der Firma Balluf erläuterte die Möglichkeiten von KI anhand der intelligenten Überwachung von in der industriellen Fertigung von Bohrern und bei Kaffeemaschinen. Verschleiß und Wartungsbedarf werden vorhergesagt und Prozesse dadurch optimiert.

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Funksignale im Visier

Ein Kind des Pforzheimer Gründerzentrums Innotec ist die Firma Procitec. 1999 gegründet, hat sich das Softwareunternehmen, das inzwischen zur Hamburger Plath-Gruppe gehört, enorm entwickelt. Mit 50 Mitarbeitern werden in der Goldstadt Projekte für Polizei, Militär und die Bundesnetzagentur realisiert. Es geht bei den Anwendungen um die Erfassung von Funksignalen und deren treffsichere Analyse. „Ich glaube die Kombination aus klassischen Verfahren und KI ist dabei die erfolgversprechendeste Vorgehensweise“, erläuterte Jürgen Maurer von Procitec.

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Keiner mehr am Steuer

In die Zukunft des Autonomen Fahrens führte zum Abschluss Lukas Zehnpfennig von der IAV GmbH (Berlin/Heimsheim). Intelligente Fahrerassistenzsysteme für Pkw, Lkw und das Forschungsprojekt HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation). Dort befördert ein fünf Meter langer Kleinbus die Passagiere im Probebetrieb. In der Königsdisziplin geht es um selbstfahrende Objekte im realen Verkehr, die kameratechnisch in Echtzeit segmentiert und überwacht werden müssen. Die IAV-Ingenieure arbeiten auch an einem Corona-Frühwarnsystem im Abwasser.

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Lothar Neff

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