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01.09.2009

Pforzheim behält „rote Laterne“ bei Arbeitslosigkeit

PFORZHEIM. Die Arbeitslosenzahlen in Pforzheim und im Enzkreis sind im Monat August erneut gestiegen. Ende des Monats waren nach Angaben der Arbeitsagentur von Dienstag 11.500 Menschen ohne Beschäftigung.

Nimmt man Pforzheim und den Enzkreis zusammen, dann ergibt sich eine Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent. Dies entspricht gegenüber dem Vormonat einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte.

Betrachtet man die Situation in Stadt und Landkreis getrennt, dann ergibt sich ein gravierender Unterschied: Die Arbeitslosenquote in Pforzheim erhöhte sich im vergangenen Monat von 10,4 auf 10,7 Prozent (6324 Betroffene). Und: Bereits 58,4 Prozent dieser Menschen sind Hartz-IV-Empfänger.

Im Enzkreis stieg die Quote zwar ebenfalls um 0,3 Prozentpunkte an, aber lediglich auf fünf Prozent (5176 Betroffene). Der Anteil an Hartz-IV-Empfängern beträgt hier nur 34,5 Prozent.

In Baden-Württemberg beträgt die Arbeitslosenquote 5,5 (Vormonat: 5,2) Prozent, das sind 307.799 Betroffene. Bundesweit wurde am Dienstag eine Quote von 8,3 (8,2) Prozent mit 3 471 513 Arbeitslosen gemeldet.

Private als Stimmungsbarometer

Walter Reiber, Chef der Arbeitsagentur Pforzheim, bemühte sich am Dienstag bei der Vorlage des aktuellen Berichts, auch positive Aspekte zu nennen. Zum Beispiel: „Die Nachfrage nach Personal hat sich nochmals stabilisiert. Im zweiten Monat in Folge wurde mehr Personal für den ersten Arbeitsmarkt angefordert.“ Und: Am Monatsende seien noch 1397 freie Stellen zur Verfügung gestanden, „154 oder rund zehn Prozent weniger als im Vorjahresmonat“, erklärte Reiber.

Der Stellenzugang für den ersten Arbeitsmarkt – also für ungeförderte Beschäftigungsverhältnisse – übertraf nach Angaben des Agenturchefs auch dieses Mal den Vormonatswert. „Mit 470 neu gemeldeten Stellen forderten die regionalen Arbeitgeber zwölf Mitarbeiter mehr an als im Juli“, heißt es in dem aktuellen Bericht der Pforzheimer Agentur.

Unterdessen bezeichnete Reiber Betriebe der privaten Arbeitsvermittlung beziehungsweise Personaldienstleister auch als „ein Stimmungsbarometer der Arbeitgeber“. Demnach melden die Vermittler mit 162 freien Stellen zehn mehr als im Juli. Doch: Gegenüber dem August letzten Jahres waren es 77 oder 32,2 Prozent weniger.

Die Stellenangebote der Personaldienstleister bieten nach Agenturangaben „Chancen für viele Berufe. So werden Schlosser, Elektriker, Maler und Hilfskräfte ebenso gesucht wie Ingenieure, Techniker und kaufmännische Berufe“, heißt es dazu.

Aus Ausbildung, Weiterbildung oder Trainingsmaßnahme gingen dem Pforzheimer Bericht zufolge 807 Personen in die Arbeitslosigkeit. „Knapp die Hälfte dieser Arbeitslosen befand sich zuvor in einer schulischen oder betrieblichen Berufsausbildung und hatte keinen Anschlussvertrag erhalten“, beschrieb Reiber diese jährlich wiederkehrende Entwicklung. Das Positive daran ist für den Agenturchef, „dass diese Personen zumeist gut gerüstet sind für ihre berufliche Zukunft. Verlierer des kommenden Aufschwungs werden jedenfalls Ungelernte oder schlecht Qualifizierte sein“.