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Pforzheimer Firmen bei der Electronica in München.
Pforzheimer Firmen bei der Electronica © Neff
12.11.2010

Pforzheimer Firmen bei der Electronica

PFORZHEIM/MÜNCHEN. In München ist heute die wichtige Fachmesse Electronica zu Ende gegangen. An der Elektronik-Leitmesse sowie der parallel stattfindenden hybridica für Zulieferprodukte aus Kunststoff beteiligten sich 60 Unternehmen au dem Nordschwarzwald. Oberbürgermeister Gert Hager überzeugte sich bei einem Messerundgang von der Leistungsfähigkeit der Pforzheimer Präzisionstechnik-Firmen, pflegte aber auch den Kontakt mit den Unternehmen aus dem Enzkreis.

Auf der hybridica hatten die übe 20 ausstellenden Unternehmen aus dem Enzkreis fast ein Heimspiel. Waren gerade die Zulieferfirmen von der Weltwirtschaftskrise 2009 besonders gebeutelt, so zogen diese gestern ein zufriedenes Fazit des Messeauftritts. Internationale Besucher interessierten sich für innovative Problemlösungen in der Hybridtechnik, einer Materialkombination aus Kunststoff, Metall und Keramik. Experten schätzen, dass über 60 Prozent aller Metallteile in der Elektrotechnik bereits Hybridbauteile sind – Tendenz steigend. Sie finden Verwendung im Automobilbau, der Medizintechnik, aber auch in Kommunikations- und Haushaltsgeräten. In der Produktion sorgen sie für mehr Effizenz, höhere Wertschöpfung und Kostenersparnis. Bei der Premiere der Hybridica vor zwei Jahren strömten rund 8000 Besucher in die Messehalle.

Einige Aussteller hätten sich diesmal eine bessere Anbindung an die Haupthallen der l-Leitmesse Electronica gewünscht. Dort waren vor allem der Mittwoch und Donnerstag gut frequentiert. „Es wurden sogar spontan Aufträge geschrieben“, berichteten einige Aussteller. Eigentlich geht es auf der Messe um die Kontaktpflege. Überhaupt sind die Auftragsbücher aktuell prall gefüllt – es werden wieder Sondersichten gefahren. Nicht nur beim Pforzheimer Stanztechnik-Spezialisten Kramski sind die Vorkrisen-Umsätze wieder erreicht. „Einige Vertragsabschlüsse wurden noch am Messestand mit Handschlag besiegelt“, berichtete OB Hager nach seinem Rundgang. „Mit der Initiative Hochform ist Pforzheim auf dem richtigen Weg“, freut sich das Stadtoberhaupt.

Die Stadt Pforzheim war erstmals mit einem Gemeinschaftsstand auf der Electronica vertreten, was von vielen regionalen Ausstellern begrüßt wurde. Die Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) präsentierte ihre Präzisionstechnik-Initiative Hochform und zeigte dabei Produkte und Dienstleistungen der Firmen Erich Lacher Präzisionsteile, Binder tecsys. „Das sind die Produkte der Zukunft“, machte Gregor Szalay deutlich. Auf der Tradition der Goldstadt hätten sich viele Unternehmen zu „hidden champions“ - als heimlichen Weltmarktführeren entwickelt. Dazu zählen neben Kramski die Enzkreis-Firmen Härter, Kummer und Leicht+Müller. Und immer noch ist jede Menge Gold im Spiel, denn die hochpräzisen Metallteile werden mit Edelmetall beschichtet.

Für die Straubenhardter Firma Schroff ist die Electronica die wichtigste Veranstaltung des Jahres. Der Elektronikzulieferer beschäftigt in Straubenhardt rund 800 Mitarbeiter. Etliche internationale Besucher interessierten sich für das breite Leistungsspektrum von Schroff.