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Premiere in Basel: Marion Knorr zeigt ihre Kollektion „wilde Eheringe“.  Foto: Ketterl 
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Hoher Besuch: Die Chopard-Geschäftsführer Caroline und Karl-Friedrich Scheufele (rechts) präsentieren beim Eröffnungsrundgang der Baselworld dem Schweizer Bundesrat Alian Berset die Neuheiten des Genfer Hauses mit Wurzeln in der Goldstadt.  Foto: Ketterl 
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Am Goldstadt-Stand genießt Thomas Hell den Imagefilm zum Jubiläum.  Foto: Ketterl 
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Hoher Besuch: Die Chopard-Geschäftsführer Caroline und Karl-Friedrich Scheufele (rechts) präsentieren beim Eröffnungsrundgang der Baselworld dem Schweizer Bundesrat Alian Berset die Neuheiten des Genfer Hauses mit Wurzeln in der Goldstadt.  Foto: Ketterl 

Pforzheimer Firmen werben auf Basel World für Goldstadt-Jubiläum

Basel. Geschäftiges Treiben in den Messehallen der Baselworld: Gestern hat die weltgrößte Uhren- und Schmuckmesse in Basel ihre Pforten geöffnet. Rund 140 000 Besucher werden an den acht Messetagen erwartet. Wie immer standen die großen Schweizer Uhrenmarken bei der Eröffnung im Mittelpunkt.

Basel 09
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Baselworld ist die Drehscheibe für Uhren und Schmuck

Heute findet die vom Schweizer Uhrenverband jährlich organisierte World Watch Conference statt, bei dem die Branchenverbände aus aller Welt über die Marktentwicklung berichten. Nach dem schwachen Exportgeschäft des vergangenen Jahres erwarten die Schweizer Uhrenhersteller durch die Baselworld wertvolle Impulse. Davon wollen auch die 32 Aussteller aus Pforzheim und dem Enzkreis profitieren, die sich in Basel dem internationalen Publikum präsentieren. Die Goldstadt zeigt im Jubiläumsjahr „250 Jahre Schmuck und Uhren“ selbstbewusst Flagge.

Goldstadt-Pavillon

Der Pforzheim-Pavillon ist auffallend dekoriert, um möglichst viele Besucher auf das Ereignis hinzuweisen. Betreut von den Damen des Wirtschaft- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP), sind acht Unternehmen am Gemeinschaftsstand vertreten: Die Uhrenfirmen Aristo Vollmer und Erwin Ziegler, Staib Germany (Uhrbänder) sowie die Schmuckfirmen Bülling, Eugen Rühle, J. Köhle, Gerhard Kühnel und Ralf Mezger. „Alte Messehasen“ sind darunter, die seit Jahrzehnten auf der Baselworld aktiv sind – als diese noch Mustermesse Basel hieß. Vieles hat sich seither verändert, berichtet Aristo-Chef Hansjörg Vollmer, dessen Uhren der Marke Aristo, Messerschmitt und Erbprinz bei über 400 Fachhändlern in Deutschland verkauft werden. Der Exportanteil ist relativ gering. Das soll sich durch die Präsenz in Basel ändern. Im vergangenen Jahr habe es sich für ihn nicht gelohnt, sagt Vollmer. Damals hatten die Anschläge in Brüssel die Laune der Messebesucher getrübt. Auch die Messe in Freiburg hatte einige Einkäufer abgezogen. In diesem Jahr ist die Baselworld wieder konkurrenzlos.

„Wir sind heute nur noch Dekoration für die großen Uhrenmarken,“ sagt Vollmer. Seit die Messe sich zur Nobel-Show entwickelt habe, blieben viele Pforzheimer Aussteller auf der Strecke. Auch die Zahl der internationalen Unternehmen ist deutlich gesunken. „Bis zu 400 Aussteller weniger in den vergangenen fünf Jahren“, schätzt ein Brancheninsider, der selbst auch nicht mehr in Basel ausstellt. Die hohen Kosten und die konsequente Ausrichtung auf noble Marken hätten viele kleinere Unternehmen verschreckt. Viele Hersteller von Maschinen und Zubehör sind verschwunden. Der Charakter der Messe habe sich verändert. „Früher hat mir der Arm weh getan vom Aufträge schreiben“, erinnert sich Vollmer. Kundenaufträge würden heute kaum noch spontan erteilt. Es gehe vielmehr um das Sehen und Gesehen werden. Edeltraud Bülling kam 1968 aus dem westfälischen Hamm nach Pforzheim und fühlt sich in der Goldstadt wohl. Die Schmuckunternehmerin ist seit den 1990er-Jahren regelmäßig auf der Messe in Basel. Außerdem ist die Firma Bülling viermal pro Jahr in Hongkong, wo die wichtigste Schmuckmesse weltweit stattfindet. In Basel müsse man dabei sein, wobei man die Kosten durch die Teilnahme auf dem Gemeinschaftsstand reduzieren könne. Die achttägige Ausstellungsdauer erfordert neben der persönlichen Präsenz auch einen hohen finanziellen Einsatz für Übernachtung und Verpflegung. Zumal die ohnehin saftigen Schweizer Preise in Hotels und Restaurants zur Messezeit nochmals angehoben wurden. Eine Bratwurst vom Grill ist für umgerechnet acht Euro zu haben.

Karola Metzger-Pegau kann auf 25 Jahre Messeerfahrung zurückblicken – zunächst beim Zifferblattfabrikanten Bock&Schupp – ist sie seit zwei Jahrzehnten beim Pforzheimer Uhrbänderhersteller Staib tätig. „Unsere Kunden kommen aus der Schweizer Uhrenindustrie.“ Namen darf sie nicht nennen. Die Schweizer legen bekanntlich großen Wert auf swissmade. Doch die Qualitätsprodukte von Staib finden auch Gefallen bei den stolzen Eidgenossen, zumal die Metalluhrbänder nicht von der Stange angeboten werden, sondern quasi für das Uhrenmodell „maßgeschneidert“ werden. Seit vier Jahrzehnten ist die Pforzheimer Traditionsfirma Raff auf der Basel-Messe als Aussteller vertreten. Sie wirbt für das Goldstadt-Jubiläum und „made in Germany“.

Weltweites Interesse

Über 4000 Journalisten aus 70 Ländern berichten über das wichtigste Messeereignis des Jahres. Zahlreiche Sonderveröffentlichungen in überregionalen Tageszeitung zeugen von der Bedeutung der Uhren- und Schmuckbranche.