nach oben
Vorbereitung auf einen ungewöhnlichen Fernsehauftritt: Michael Feicht (links) und Eduard Sabelfeld mit ihrer Geschäftsidee, einem Rufgerät für Taucher. Foto: Seibel
Vorbereitung auf einen ungewöhnlichen Fernsehauftritt: Michael Feicht (links) und Eduard Sabelfeld mit ihrer Geschäftsidee, einem Rufgerät für Taucher. Foto: Seibel
05.09.2015

Pforzheimer Jungunternehmer bei Vox-Serie „Höhle der Löwen“

Pforzheim. Zwei junge Start-up-Unternehmer aus der Goldstadt, Absolventen der Hochschule Pforzheim, stürzen sich am Dienstag in die „Höhle der Löwen“. So nennt der TV-Sender VOX seine Serie, in der jeweils fünf potente, kritische Investoren von einer Geschäftsidee überzeugt werden müssen, damit diese sich finanzkräftig an der Firma beteiligen.

Michael Feicht und Eduard Sabelfeld wagen diesen Kampf in der Löwenhöhle. Ihre Geschäftsidee: der Buddy Watcher. In der Fachsprache nennt man den mittauchenden Partner Buddy. Experten empfehlen allen Unterwassersportlern, grundsätzlich nie alleine abzutauchen. Der Grund: In Notlagen kann der Buddy die Rettung bringen. Das Problem: Rufen unter Wasser geht nicht. Geräuscherzeugende Hilfsmittel werden möglicherweise überhört. Und optische Hinweise können dann nicht wahrgenommen werden, wenn sich der Tauchpartner zu weit entfernt hat oder dem Hilferufenden den Rücken zuwendet.

Hier kommt Buddy Watcher zum Einsatz, ein wasserdichtes Kunststoffgehäuse mit Elektronik gespickt. Wenn beide Tauchpartner eines dieser Geräte – einer überdimensionalen Armbanduhr ähnlich – am Handgelenk tragen, dann reicht ein Druck auf die Ruftaste. Per Ultraschall wird das Signal zum Empfängergerät geschickt und beim Buddy ein Vibrieren ausgelöst. Setpreis im Verkauf: Rund 200 Euro. Wie wichtig ist eine solche Sicherheitseinrichtung unter Wasser? Eduard Sabelfeld erklärt im PZ-Gespräch: „Wenn beispielsweise meine Luftversorgung ausfällt, kann ich meinen Buddy herbeirufen.“ Auch bei Krämpfen unter Wasser, beim Hängenbleiben in Pflanzen, Angelschnüren oder Netzen sei der elektronische Kasten „Made in Pforzheim“ eine sinnvolle Hilfe, um den Partner herbeizurufen.

Fast alle Bauteile kommen von Zulieferern aus dem Nordschwarzwald, erklärt Michael Feicht. Das Gehäuse beispielsweise liefert Polyrack (Straubenhardt), ein Teil der elektronischen Komponenten stammt aus dem südlichen Teil der Region. Die Software hingegen ist eine Eigenentwicklung, „das ist unser Knowhow“, sagt Sabelfeld.

Hard- und Software ist für die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Free Linked GmbH eine Plattformentwicklung, mit der sie noch weitere Innovationen auf den Markt bringen wollen. Funktechnik könne über Wasser eingesetzt werden, aber unter Wasser dominiere der Ultraschall.

In der Startphase bedient die Free Linked GmbH den deutschsprachigen Raum, insbesondere die Bundesrepublik. Benelux und Großbritannien sollen folgen. Ehrgeiziges Ziel der beiden Geschäftsführer ist die USA, „das ist der weltweit größte Markt“, sagt Feicht.

Einige Investoren sind bereits von der Geschäftsidee überzeugt und stiegen mit ein, darunter die BR Steuerberatungsgesellschaft (Pforzheim) und Frank Straub, der Enkel des Firmengründers von Blanco in Oberderdingen. Zudem wurden die beiden Gesellschafter der 2012 gegründeten GmbH von Anfang an durch Stefan Kieffer (Kieffer & Partner, Keltern) im Hinblick auf Finanzierung und Marketing beraten. Feicht: „Ohne ihn wären wir heute längst nicht so weit gekommen.“

Vor einigen Tagen ist das sechsköpfige Free-Linked-Team ins Innotec-Innovationszentrum Pforzheim eingezogen. Ein Investoren-Einstieg durch einen VOX-Löwen würde ihre Pläne beschleunigen.