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Daniel Mohr, Gründer der Plumento-Foods GmbH. Foto: dpa
Daniel Mohr, Gründer der Plumento-Foods GmbH. Foto: dpa
02.03.2018

Pforzheimer Unternehmer Daniel Mohr hat Mehlwurm-Nudeln im Angebot

Pforzheim. Insektenmüsli zum Frühstück, einen Salat mit Insektencroutons zum Mittagessen und Insektennudeln am Abend. Auf der Suche nach neuen Produkten setzt der Metro-Konzern auf Lebensmittel mit Insektenproteinen. Im Angebot sind derzeit Mehlwurm-Nudeln. Mehlwürmer schmecken eher nussig, Grillen überzeugen durch ein intensives Aroma: Unternehmensgründer Daniel Mohr – dessen Familie in der Pforzheimer Schmuckindustrie tätig ist – ist von den gesundheitlichen Vorzügen von Lebensmitteln mit Insektenproteinen überzeugt.

Deshalb hat er in der Goldstadt die Start-up-Firma „Plumentofoods“ gegründet. Zusammen mit dem Düsseldorfer Konzern will er Lebensmittel mit Mehlwurm-Mehl in Deutschland populär machen. Angeboten werden die Würmer-Nudeln zunächst für drei Monate zum Preis von 5,99 Euro für die 250 Gramm-Packung jedoch nur in dem Laden „Emmas Enkel“ in der Düsseldorfer Metro-Zentrale.

Mit Insektenprotein

Damit werde erstmals in Deutschland ein Lebensmittel mit Insektenproteinen in den Handel gebracht, berichtete das Unternehmen gestern in Düsseldorf. Möglich geworden ist das in Deutschland durch die Anfang 2018 in Kraft getretene europäische Novel Food Verordnung Nr. 2015/2283, die den Umgang mit neuartigen Lebensmitteln etwa auf der Basis von Insekten oder Algen regelt.

Mit dem Verkauf von Produkten mit Insekten als nährstoffreiche Proteinalternative sehe sich der Düsseldorfer Konzern als Vorreiter für neue Lebensmittellösungen, sagte Fabio Ziemßen, der das Projekt bei der Metro betreut. Unter dem Titel „NX Food“ bietet Metro daneben auch andere innovative Lebensmittel wie essbare Trinkhalme aus Resten der Apfelsaftproduktion an. Geplant sind auch weitere Insektenprodukte wie Müslis oder Salat-Croutons.

Mit Blindverkostungen soll nun zunächst der Kampf gegen den Ekelfaktor aufgenommen werden. Noch immer existierten jedoch Berührungsängste beklagt Mohr. So habe auch der Hersteller der Nudeln die Nennung seines Namens untersagt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov kann sich bislang nur jeder siebte Bundesbürger vorstellen, Insekten zu essen. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass weltweit 1900 Insektenarten essbar sind. Ganz oben auf der Speisekarte von rund zwei Milliarden Menschen, die Insekten verzehrten, stünden Käfer, gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken und Grillen.

Für die Produktion der nun in Düsseldorf angebotenen Nudeln wird ein unter der Bezeichnung „Buffalopulver“ aus gefriergetrockneten und gemahlenen Käfer-Larven hergestelltes Mehl mit einem Anteil von zehn Prozent beigemischt. Die Larven stammen aus der Produktion niederländischer Zuchtfarmen. Nach dreiwöchigem Wachstum werden die Würmer verarbeitet. Nudelfreunde haben die Wahl zwischen „Egg-Tagliatelle“ und „Spätzle“.