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Pforzheimer Bankkunden trennen sich von den 500-Euro-Scheinen.
Pforzheimer Bankkunden trennen sich von den 500-Euro-Scheinen.
13.05.2016

Pforzheimer tauschen ihre 500er

Die Europäische Zentralbank (EZB) will bis zum Jahr 2018 keine neuen 500-Euro-Scheine mehr ausgeben. Die Banknoten behalten jedoch ihre Gültigkeit. Befürworter versprechen sich von der schrittweisen Abschaffung der größten europäischen Banknote, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. EZB-Präsident Mario Draghi hatte darauf hingewiesen, dass der 500er für kriminelle Zwecke genutzt werde: Die von der EZB beschlossene Abschaffung des 500-Euro-Scheins stößt allerdings bei Geldinstituten und Verbrauchern auf Unverständnis. Die EZB mache „weitere Schritte der Bargeldbegrenzung salonfähig“, erklärte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich.

Werden in jüngster Zeit vermehrt 500-Euro-Scheine zurückgegeben ?

„Ja, dies können wir bestätigen. Uns erreichen sehr viele Anfragen von Kunden hierzu, verbunden mit dem Wunsch, den 500-Euro-Schein in kleinere Stückelungen zu tauschen“, erklärt René Baum, Vorstandsmitglied der Volksbank Pforzheim. Dagegen hat Martin Caroppo, Filialdirektor bei der Sparkasse Pforzheim Calw, keine solche Häufigkeit festgestellt.

Sind die Verbraucher möglicherweise verunsichert?

„Es gibt unseres Erachtens keinen Grund zur Aufregung und auch keinen Wertverlust. Analog der Umstellung von DM auf Euro-Bargeld steht über allem die Zusage der Notenbanken – in unserem Fall der Bundesbank – zeitlich unbefristet auch die großen Scheine umzutauschen“, betont Baum.

Ist der Abschied vom 500-Euro-Schein tatsächlich ein probates Mittel gegen Geldwäsche?

„Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins wird unserer Meinung nach keine wesentlichen Auswirkungen darauf haben“, glaubt Baum. Martin Caroppo sieht darin vielmehr ein Stück „Aufgabe der Freiheiten“, die das Bargeld als stabiles Wertmedium jedermann bietet: Ohne Bargeld wären sämtliche Zahlungen „gläsern“ nachvollziehbar, da sie nur noch auf elektronischem Weg erfolgen würden. Ebenso würde die Möglichkeit wegfallen, Geld in Form von Bargeld aufzubewahren, gibt der Filialdirektor zu Bedenken.