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Zufriedene Gesichter gestern bei Porsche in Stuttgart: Vorstands-Chef Oliver Blume (links) und Finanzvorstand Lutz Meschke.  Calagan
Zufriedene Gesichter gestern bei Porsche in Stuttgart: Vorstands-Chef Oliver Blume (links) und Finanzvorstand Lutz Meschke. Calagan
11.03.2016

Porsche ist VWs Ertragsperle

Nach dem erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte dämpft der Sport- und Geländewagenbauer Porsche die Erwartungen für 2016. Zurückhaltung sei angebracht, etwa wegen hoher Kosten für die Entwicklung des geplanten Elektro-Porsches und schlechterer Rahmenbedingungen in China, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke am Freitag in Stuttgart.

Der Umsatz wird nach seiner Einschätzung nur leicht steigen. Nach fünf Rekordjahren in Folge kündigt sich damit eine Verschnaufpause beim bisher rasanten Wachstum an. Seit 2010 hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf 24.500 nahezu verdoppelt.

Porsche hat ein sehr gutes Jahr 2015 hinter sich, um je ein Viertel stiegen der Umsatz (auf 21,5 Milliarden Euro) und das operative Ergebnis (3,4 Milliarden Euro). 225.000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, ein Plus von knapp 19 Prozent. Auch die Umsatzrendite – also der Anteil des Gewinns am Umsatz – blieb mit 16 Prozent hoch.

Ein Großteil des Nachsteuer-Gewinns von 2,3 Milliarden Euro fließt ab, und zwar 1,9 Milliarden Euro – davon landen 1,7 Milliarden Euro in Wolfsburg. 2014 waren es etwa 700 Millionen Euro weniger.

Wird Porsche von VW also mehr zur Kasse gebeten, um Diesel-Lasten zu tragen? Finanzvorstand Meschke schüttelte den Kopf: Der Anstieg habe damit nichts zu tun. 2015 sei nun einmal gut gelaufen, also müsse man - auch wegen eines starken Deutschland-Geschäfts - eben mehr Gewinn abführen. „Da sind keine besonderen Geheimnisse enthalten, dass hier jemand mehr Geld von uns haben wollte als in der Vergangenheit.“

Meschke widersprach der Annahme, Volkswagen könnte wegen des Abgas-Skandals künftig tiefer bei Porsche in die Kasse greifen. Es gebe keine Bestrebungen, den bestehenden Vertrag zur Ergebnisabführung zu ändern. Vorstandschef Oliver Blume betonte, man stehe hinter der Konzernmutter: „Wir stärken VW den Rücken.“