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Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller, will mit einem neuen Porsche-Modell in das Segment der Luxussportwagenschmiede Ferrari einbrechen.
Der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Matthias Müller, will mit einem neuen Porsche-Modell in das Segment der Luxussportwagenschmiede Ferrari einbrechen. © dpa
29.08.2011

Porsche will Ferraris Marktsegment erobern

STUTTGART. Porsche-Chef Matthias Müller hat in einem Interview weitere Details über den geplanten Angriff auf das Segment der Luxussportwagenschmiede Ferrari bekanntgegeben. «Es hat mich schon immer irritiert, dass der 911er irgendwo bei 250.000 Euro aufhört und es dann erst wieder mit dem 918er für 750.000 Euro weitergeht», sagte der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG in der «Süddeutschen Zeitung» (Montag) über die Preislücke zwischen den Flaggschiffen der Stuttgarter. «Dazwischen tummelt sich - relativ kommod und konkurrenzlos - Ferrari. Da müssen wir rein», ergänzte er.

Müller hatte bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, Ferrari in diesem speziellen Kundensegment der Superreichen Konkurrenz machen zu wollen. Während sich so mancher Gutbetuchte den Kultsportler 911 für rund 100.000 Euro auch als Lebenstraum leisten kann, fährt Ferrari in einer ganz anderen Nische, in der Autos einige 100.000 Euro kosten. In dieser Zielgruppe der Multimillionäre ist Porsche bisher nur mit dem 918 Spyder unterwegs: Der auf 918 Einheiten limitierte PS-Bolide soll knapp 800.000 Euro kosten und erstmals 2013 vom Band rollen.

Müller bekräftigte, dass das Vorbild für den Ferrari-Konkurrenten der Supersportler Porsche 959 aus den 1980er Jahren sein werde. Der Preis für das neue Modell, das Porsche in Kürze entwickeln werde, solle sich ungefähr zwischen 250.000 und 400.000 Euro bewegen.

Angesichts der gesamten Porsche-Pläne ist die Kampfansage an die Italiener aber eher ein Schauplatz, auf dem es ums Image und weniger um das große Ganze geht. Die Stuttgarter wollen 2011 erstmals mehr als 100.000 Autos verkaufen. 2018 soll die Marke der 200.000 geknackt werden. Dafür setzt Porsche auf eine Verbreiterung der Modellpalette. Schon beschlossen als fünfte Baureihe ist die Cayenne-Juniorvariante mit dem angelehnten Arbeitstitel Cajun - im Gespräch sind auch Pläne für einen «Pajun», einen kleinen Panamera. Müller hatte auch schon laut über ein neues Einsteigermodell nachgedacht, einen Roadster unterhalb des Boxsters, der schon für unter 50.000 Euro zu haben ist.

Die zum Fiat-Konzern zählende Marke Ferrari brachte 2010 insgesamt 6461 Autos in Kundenhand (2009: 6293 Einheiten). Selbst wenn es Porsche gelingen sollte, einige Hundert Ferrari-Käufer abspenstig zu machen, wäre das nur ein Bruchteil des Gesamtziels der 200.000 Autos. dpa