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Hofft auf Freispruch: der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Wendelin Wiedeking. Murat
Hofft auf Freispruch: der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, Wendelin Wiedeking. Murat
15.03.2016

Porsche-Prozess: „Wiedeking hat sich nichts vorzuwerfen“

Stuttgart. Im Porsche-Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht haben die Verteidiger von Ex-Firmenchef Wendelin Wiedeking und seinem früheren Finanzvorstand Holger Härter auf einen Freispruch gepocht. „Er (Wiedeking) hat sich nichts, aber auch gar nichts vorzuwerfen“, sagte am Montag Anwalt Hanns Feigen. Auch die Vertreter Härters wiesen Vorwürfe zurück, ihr Mandant habe mit einer Pressemitteilung vom Oktober 2008 den VW-Börsenkurs manipulieren wollen.

In besagter Mitteilung hatte Porsche in der damaligen heißen Phase des VW-Übernahmeversuchs angekündigt, 75 Prozent von Volkswagen übernehmen zu wollen, sollten die Rahmenbedingungen stimmen. Zudem wurde ein Beherrschungsvertrag geplant, wodurch Porsche Wolfsburger Gewinne hätte abführen können. Binnen zwei Tagen schnellte der VW-Kurs von etwa 200 auf gut 1000 Euro in die Höhe – Hedgefonds, die auf sinkende Kurse gesetzt hatten, machten Milliardenverluste. Sie klagen in separaten Zivilverfahren auf Schadenersatz.

In dem Stuttgarter Strafverfahren hatten die Staatsanwälte in der vergangenen Woche eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren für Wiedeking und zweieinviertel Jahren für Härter gefordert. Dabei hatten sie eingeräumt, dass die Zeugen die Anklagepunkte nicht wesentlich hätten stützen können. Wegen Indizien sei die Schuld von Wiedeking und Härter dennoch erwiesen. Die Verteidiger kritisierten das Vorgehen der Ankläger. Es handele sich um „Hirngespinste“. Nach 21 Prozesstagen in fünf Monaten steht am Freitag das Urteil an.