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21.03.2010

Positive Halbzeitbilanz auf der Baselworld

BASEL/PFORZHEIM. Die Halbzeitbilanz auf der Baselworld fiel für die meisten von der PZ befragten Firmen am Sonntagnachmittag weitgehend zufrieden aus. „Wir kommen aus einer Krise und da sind schon kleine Vorwärtsschritte ein Erfolg“, formulierte ein Aussteller die Situation.

Auch der Pforzheimer Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum (CDU), der am Sonntag mit Lebensgefährtin Oana Harvalia und die künftige CDU-Landtagskandidatin des Enzkreises, Victoria Schmid, auf Messerundgang in Basel war, gab mehrheitlich ein „ermutigendes Stimmungsbild“ wieder, wenngleich er auch andere Meinungen unter den rund 70 ausstellenden Firmen aus der Region um Pforzheim hörte. Krichbaum: „Die Anzahl der Unternehmen mehrt sich, bei denen sich die Auftragsbücher füllen.“ Immerhin, so der Bundestagsabgeordnete, müsse berücksichtigt werden, dass insbesondere die Schmuckindustrie zu den ersten gehört, die eine Krise zu spüren bekommen, „sie ist aber bei den Letzten, die wieder an einem Aufschwung teilhaben“, sagte Krichbaum.

Als Ärgernis bezeichnete er „die hohen Standgebühren“, die den Ausstellern von der Messegesellschaft abverlangt werden. „Da muss die Messe von ihrem hohen Ross herunter kommen und mehr auf die Bedürfnisse der Aussteller eingehen“, meinte er im PZ-Gespräch auf der Baselworld. Und als Problem sieht Krichbaum die zu dicht aufeinander liegenden Messetermine von Inhorgenta München und Baselworld. Nach Ansicht von Eberhard Auerbach-Fröhling (Gerstner Trauringe) sind hier besonders die Standbauer betroffen, die damit unter enormen Termindruck gesetzt würden. Gerüchte, wonach die Baselworld im Jahr 2012 nur knapp zwei Wochen nach der Inhorgenta München stattfinden solle, wurden deshalb mit völligem Unverständnis aufgenommen. „Da wird wohl mancher Aussteller von Basel weg bleiben“, sagte ein Unternehmer und meinte: „Auf München können wir nicht verzichten. Das hat sich gerade in diesem Jahr gezeigt. Die Inhorgenta verlief hervorragend.“

Unterdessen bleiben einige Firmen bereits jetzt der Messe fern und haben Standorte im Schatten der Baselworld belegt (die PZ berichtete). Zum Beispiel Perlenspezialist Gellner (Wiernsheim). Geschäftsführer Jörg Gellner zeigte sich gegenüber der PZ zufrieden mit der Entscheidung seines Hauses, dieses Mal einen Standort in Weil am Rhein im edlem Ambiente des Vitra Konferenz-Pavillons belegt zu haben. Die Kunden wurden per Shuttle mit zwei Audi-A-8-Fahrzeugen von der Baselmesse zu Gellner nach Weil und zurück gefahren. „Wir hatten bereits am Freitag gute Kundengespräche“, freute sich der Geschäftsführer. Zumal Gellner zu 95 Prozent mit Stammkunden zusammenarbeite sei man nicht in hohem Masse auf neue Kontakte angewiesen und könne deshalb auf die Messepräsenz verzichten. Eine harte Kostenrechnung bestätige diese Strategie, erläuterte der Chef des Familienunternehmens. Klar hob er jedoch auch hervor: „Wir haben keinen Konflikt mit der Basler Messeleitung, sondern lediglich eine neue Strategie, die wir jetzt testen.“

Dagegen hat sich die Firma "Peter Heim" (Pforzheim) ganz bewusst auf der Baselmesse präsentiert, erklärte Ralf Mezger, Geschäftsführer des Trauringherstellers: „Wir wollen unseren Export steigern, insbesondere im europäischen Raum, und sind an neuen Kundenkontakten interessiert. Dazu brauchen wir die Baselworld.“ Mezger war früherer Geschäftsführer der Breuning-Tochter Blumer und leitet nun innerhalb der Hammer-Gruppe die Geschäfte von „Peter Heim“. Zur Halbzeit der Baselworld freute er sich, „dass unsere hochwertigen Produkte, mit denen wir eine exklusive Nische abdecken wollen, auf großes Interesse stoßen“. Die Kollektionen von „Peter Heim“ seien durchweg „Made in Germany“, hergestellt am Standort Pforzheim.