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Ob seine Kollegen Horst Lenk (links) zum Abschied einen Lorbeerkranz überreichen – wie hier beim Besuch im Gasometer „Rom 312“ – bleibt abzuwarten.
Ob seine Kollegen Horst Lenk (links) zum Abschied einen Lorbeerkranz überreichen – wie hier beim Besuch im Gasometer „Rom 312“ – bleibt abzuwarten.
08.09.2016

Präsident des Handelsverbands in Baden-Württemberg geht.

Der Programmpunkt beim Jahrestreffen des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) lautet schlicht: „Auf Wiedersehen“: Horst Lenk, der seit über neun Jahren als Präsident das Verbandsschiff erfolgreich steuerte, wird am 21. September von Ministerpräsident Winfried Kretschmann in den verdienten Ruhestand verabschiedet.

Das geht aus der Einladung des Einzelhandelsverbands hervor, die am Mittwoch per Post bei der PZ einging.

Wie die Landesregierung auf die wachsenden Herausforderungen für den Handel in Baden-Württemberg reagiert, will Kretschmann ebenfalls darlegen. Zugleich soll bei der Veranstaltung im Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz – ehemaliger Interimsplenarsaal des Landtags – ein Nachfolger für Lenk gewählt werden. Der 76-jährige Verbandspräsident aus Pforzheim ist immer noch viel unterwegs. Gestern flog er mal wieder zu einer Tagung nach Berlin, wo er sich als Vize-Präsident des Handelsverbands HDE auch für die Interessen des Einzelhandels auf Bundesebene einsetzt. Bis 2018 ist er als Vizepräsident gewählt.

Lenk gilt als profunder Kenner des Onlinehandels – eine besondere Herausforderung für die traditionsreiche Branche. Das Thema „Erlebniseinkauf“ hatte er bei einer seiner vielen Reisen durch die USA entdeckt. „Die Amerikaner wissen, was Shopping bedeutet“, sagte er einmal. Viel Energie hat Lenk investiert, um Pforzheim als attraktive Einkaufsstadt zu positionieren. Er erkannte frühzeitig die Gefahr einer Verödung der Innenstadt, wenn zu viel Kaufkraft auf die „grüne Wiese“ abfließt. Mit Erfolg hat sich der Kaufmann für die Gründung des Pforzheimer Citymarketings eingesetzt, um gemeinsam für die Stadt der kurzen Einkaufswege zu werben.

Den Beruf des Einzelhandelkaufmanns hat der scheidende Verbandspräsident von der Pike auf gelernt. Nach Ausbildung und beruflicher Tätigkeit folgte ein Studium an der Lehranstalt des deutschen Einzelhandels in Nagold. Nach dem Eintritt in die elterliche Textilgroßhandlung 1962 machte sich Lenk vor über 50 Jahren selbstständig – zunächst mit einem Textilgroßhandel an der Friesenstraße. 1966 eröffnete er dann mit seiner Frau Renate „das Modegeschäft ohne Schaufenster“ an der Güterstraße. Vor 27 Jahren entschloss sich das Ehepaar zum Umzug in die damals zur Fußgängerzone umgestaltete Pforzheimer Innenstadt. Seit 2007 ist der Einzelhändler auch Vize-Präsident der IHK Nordschwarzwald.