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700 Demonstranten haben sich an einem Warnstreik in Stuttgart beteiligt. Darunter auch Kaufhof-Beschäftigte aus Heilbronn und Pforzheim. Foto: dpa
700 Demonstranten haben sich an einem Warnstreik in Stuttgart beteiligt. Darunter auch Kaufhof-Beschäftigte aus Heilbronn und Pforzheim. Foto: dpa
08.06.2019

Protest im Einzelhandel: Auch Pforzheimer Kaufhof-Mitarbeiter bei Kundgebung in Stuttgart

Pforzheim/Stuttgart. „Wegen eines Streiks sind die Mehrzahl der Mitarbeiter nicht zur Arbeit erschienen. Wir haben deshalb nur eine Notbesetzung. Dadurch kann es zu Verzögerungen kommen. Wir bitten um ihr Verständnis.“ Mit diesem Hinweis an den Eingangstüren begrüßte am Freitag die Geschäftsleitung von Galeria Kaufhof ihre Kunden in Pforzheim. Über 70 Mitarbeiter – etwa die Hälfte der Belegschaft aus der Goldstadt – beteiligten sich nämlich an einem zentralen Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi in Stuttgart.

Am Standort Pforzheim sollen bei Galeria Karstadt Kaufhof im Rahmen der konzernweiten Umstrukturierung bis zu 40 Stellen wegfallen. In den kommenden Wochen soll es Gespräche mit Gewerkschaft und Betriebsrat über eine sozialverträgliche Lösung sowie eine mögliche Reduzierung des Personalabbaus geben.

Unterdessen erhöht Verdi bei den Tarifverhandlungen im baden-württembergischen Einzelhandel die Schlagzahl: An dem gestrigen Protestzug in Stuttgart beteiligten sich rund 700 Beschäftigte. Bei der anschließenden Kundgebung sagte Verdi-Landeschef Martin Gross: „Höhere Löhne sind wichtig, damit die Beschäftigten die gestiegenen Mieten und die Kosten des täglichen Lebens bezahlen können und damit drohender Altersarmut entgegengewirkt wird.“ Nur mit motiviertem und qualifiziertem Personal könne der Konkurrenz des Onlinehandels begegnet werden, rief Gross den Beschäftigten zu. An verschiedenen Warnstreiks im Südwesten beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben insgesamt 1200 Mitarbeiter. Betroffen waren den Angaben zufolge unter anderem Filialen von Kaufland, Obi und Ikea sowie diverse Modehäuser. Verdi fordert für die landesweit 490.000 Beschäftigten im Einzelhandel 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber haben bislang 1,5 Prozent im ersten und noch einmal ein Prozent im zweiten Jahr angeboten.