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Zäsur bei der Raiffeisenbank Ersingen: Nach 40 Jahren, davon 20 Jahre als Vorsitzender, scheidet  Theo Roßwag (Dritter von links) scheidet aus dem Aufsichtsrat aus. Von links: Anette Waidelich (Vorstand), Martina Theurer und Martin Grimm (Aufsichtsräte), Monika van Beek (Genossenschaftsverband), Stefan Lehr (neu im Aufsichtsrat), Richard Weber (Vorstand) und Aufsichtsratsmitglied Helmut Brenk.  Martin Schott
Zäsur bei der Raiffeisenbank Ersingen: Nach 40 Jahren, davon 20 Jahre als Vorsitzender, scheidet Theo Roßwag (Dritter von links) scheidet aus dem Aufsichtsrat aus. Von links: Anette Waidelich (Vorstand), Martina Theurer und Martin Grimm (Aufsichtsräte), Monika van Beek (Genossenschaftsverband), Stefan Lehr (neu im Aufsichtsrat), Richard Weber (Vorstand) und Aufsichtsratsmitglied Helmut Brenk. Martin Schott
22.07.2015

Raiffeisenbank Ersingen hält Generalversammlung

„Wir haben uns als Ziel gesetzt, weiterhin Ihre eigenständige Bank in Ersingen zu bleiben.“ Dieses klare Bekenntnis zur Selbstständigkeit legten Anette Waidelich und Richard Weber vor den versammelten Genossenschaftsmitgliedern in der 102. Ordentlichen Generalversammlung der Raiffeisenbank Ersingen in der Turn- und Festhalle ab. Fusionsverhandlungen oder auch sogenannten „offenen Gesprächen“, wie sie Medienberichten aus jüngster Zeit zufolge zwischen anderen Genossenschaftsbanken in der Region geführt worden seien, erteilten die beiden Bankvorstände eine klare Absage

Mit dem Fokus auf die Bildung von Eigenkapital habe man in Ersingen schon frühzeitig die richtigen Weichen gestellt. „Dies kommt uns natürlich jetzt, da der Gesetzgeber immer strengere Maßstäbe setzt, sehr zugute“, so Bankvorständin Anette Waidelich in ihrem Jahresbericht. „Wir schätzen uns glücklich, die strengeren Eigenkapitalanforderungen für die nächsten Jahre schon heute erfüllen zu können.“

Auch das Jahr 2014 verlief für die Raiffeisenbank Ersingen erfolgreich. Deutlich erhöht hat sich die Bilanzsumme mit einem Plus von 5,8 Prozent auf nunmehr 66 167 000 Euro. Auf der Aktivseite haben die Kredite an Kunden um 3,5 Prozent auf 51,4 Millionen Euro kräftig zugelegt. Um knapp 600 000 Euro auf nun 7,65 Millionen Euro erhöhten sich die Wertpapieranlagen des Instituts, die Guthaben bei der eigenen Zentralbank stiegen um eine gute Million auf jetzt 4,6 Millionen Euro. Auf der Passivseite sticht der Anstieg der Kundeneinlagen ins Auge, die sich um 6,8 Prozent auf 51,2 Millionen Euro erhöht haben. Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Rückgang des Zinsüberschusses um 5,7 Prozent auf 1 498 000 Euro auf, die Provisionserträge dagegen erhöhten sich geringfügig auf 305 000 Euro. Der um beinahe ein Drittel höhere Sachaufwand ist auf die Erneuerung des 40 Jahre alten Flachdaches des Bankgebäudes in der Ersinger Webergasse zurückzuführen. Aus dem Jahresüberschuss von 47 765 Euro wird eine Dividende auf die Geschäftsguthaben von vier Prozent ausgeschüttet.

Im Aufsichtsrat gibt es eine wichtige personelle Veränderung: Theo Roßwag, seit 40 Jahren Mitglied des Gremiums und seit zwei Jahrzehnten Aufsichtsratsvorsitzender, stellte sich nicht mehr zur Wahl. Vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband erhielt Roßwagdie Raiffeisen-Schulze-Delitzsch-Medaille verliehen. Neu ins Aufsichtsratsgremium wurde der 49-jährige Krankenkassenbetriebswirt Stefan Lehr aus Ersingen gewählt.