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Die Vorstände der Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim Evelyn Wild und Günter Wiedmann (rechts), mit den wiedergewählten Aufsichtsräten Rüdiger Bertsch (links) und Rolf-Dieter Raithelhuber. Foto: Tilo Keller
Die Vorstände der Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim Evelyn Wild und Günter Wiedmann (rechts), mit den wiedergewählten Aufsichtsräten Rüdiger Bertsch (links) und Rolf-Dieter Raithelhuber. Foto: Tilo Keller
20.07.2016

Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim beklagt wachsende Bürokratie - Sechs Prozent Dividende

Die Entwicklung des vergangenen Geschäftsjahres hat Günter Wiedmann, Vorstand der Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim, bei der Generalversammlung als zufriedenstellend bezeichnet. „Doch Sparer erhalten so gut wie keinen Ertrag aus ihren Ersparnissen mehr“, sagte Wiedmann. „Die so dringend erforderliche Vorsorge fürs Alter benötigt deutlich höhere Zinssätze.“ Durch die Niedrigzinspolitik würden die Einnahmen der Kreditwirtschaft auf ein nie dagewesenes Maß sinken, weshalb die kommenden Jahre „sehr schmerzhaft“ für Geldinstitute würden. Die Raiffeisenbank müsse für Gelder, die sie bei der Deutschen Zentralbank unterhalte, ab August Negativzinsen bezahlen.

Beim Blick auf das Eigenkapital der Bank führte Wiedmann den Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 1,5 Millionen Euro an sowie die Geschäftsguthaben der Mitglieder, die über die Jahre nahezu konstant bei rund 1,3 Millionen Euro liegen sowie die Rücklagen mit fünf Millionen. Vom Bilanzgewinn von 209.000 Euro werden 77.000 Euro als Dividende von sechs Prozent ausgeschüttet. Große Sorgen bereite auch die große Flut an Vorschriften, die über die Banken „hereingebrochen“ seien. „Die Datensammelwut der Behörden ist unglaublich und kostet uns sehr viel Geld“, erklärte Wiedmann. „Geld, das wir in der Niedrigzinsphase dringend bräuchten.“

Die Zahl der geforderten Meldungen und Statistiken summiere sich im Laufe des Jahres auf 137. „Viele dieser Meldungen haben den Zweck zu überprüfen, wie wir mit den Auswirkungen der Niedrigzinspolitik zurechtkommen“, führte er weiter aus. „Das ist wirklich eine Ironie.“

Nach dem kritischen Blick auf die Entwicklung stellte Wiedmann den Jahresabschluss der Raiffeisenbank Wimsheim-Mönsheim für das Jahr 2015 vor. Die Bilanzsumme konnte um 1,8 Prozent leicht erhöht werden und liegt bei 92,7 Millionen Euro. Im Berichtsjahr wurden rund 7,2 Millionen Euro an Krediten neu ausgereicht, davon 5,8 Millionen Euro an Privatkunden und 1,4 Millionen Euro gewerbliche Kredite. Die Wertpapieranlagen beliefen sich auf knapp 38 Millionen Euro. Der Bestand wies eine zufriedenstellende bis gute Bonität auf und ist für die Ertragskraft der Bank von großer Bedeutung. Für die Passivseite der Bilanz führte Wiedmann die Kundeneinlagen an, die um 1,5 Millionen auf 65,6 Millionen Euro spürbar gestiegen sind.