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Freuen sich auf ein konstruktives Miteinander: Stephan Scholl (links), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, und Georg Stickel, neues Vorstandsmitglied im Sparkassenturm.
Freuen sich auf ein konstruktives Miteinander: Stephan Scholl (links), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw, und Georg Stickel, neues Vorstandsmitglied im Sparkassenturm.
01.10.2015

Ratschläge und Vorschusslorbeeren für neuen Sparkassenvorstand

Wenn die Arbeit ein Vergnügen ist, wird das Leben zur Freude. Dieser Aphorismus wird dem russischen Dichter Maxime Gorki zugeschrieben. Und Georg Stickel (46) hat ihn als Maxime. Das Vorstandsmitglied der Sparkasse Pforzheim Calw übernimmt heute die Nachfolge von Hans-Heiner Bouley, der Ende September in den Ruhestand ging (die PZ berichtete).

Stickel: „Meine Familie und ich freuen uns darauf, zunehmend Teil des gesellschaftlichen Lebens im Geschäftsgebiet der Sparkasse Pforzheim Calw zu werden. Wir empfinden es als besonderes Glück, dass uns mein beruflicher Weg in eine so schöne interessante und vielseitige Region führt, mit beeindruckenden Unternehmen und tollen Menschen.“ Die Familie wird ihren Wohnsitz im Raum Calw haben.

Was sind die beruflichen Stationen des neuen Vorstandsmitglieds?

Bei der Kreissparkasse Böblingen hat der heute 46-Jährige den Beruf des Bankkaufmanns, wie er sagt, „von der Pike auf“ gelernt. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft machte der promovierte Diplom-Kaufmann Station bei den Vereinigten Sparkassen Weilheim in Oberbayern. Zuletzt war er seit 2004 bei der Kreissparkasse Biberach tätig. Dort leitete der gebürtige Böblinger von 2007 an als stellvertretendes Vorstandsmitglied das Vorstandssekretariat und den Außendienst.

Welche Aufgabe übernimmt Georg Stickel in Pforzheim?

Zum Verantwortungsbereich als Überwachungsvorstand gehören die Ressorts Controlling, Zentrale Kreditbetreuung, Betreibungen/Recht, Kreditmanagement, Immobilienbewertung, Servicecenter Dienstleistungen und Compliance (Stichwort: Geldwäschekontrolle).

Was bedeutet die Position des Überwachungsvorstands?

Dazu erklärt Stickels Amtsvorgänger Hans-Heiner Bouley folgendes: „Als Überwachsungsvorstand hat man in den Verwaltungsratssitzungen eher die Funktion eines Advocatus Diaboli.“ Aus dem Lateinischen übersetzt: Anwalt des Teufels. Will im konkreten Fall aber heißen, so Bouley weiter: „Man berichtet nicht über die schöne heile Welt der Hochfinanz im Allgemeinen und der Sparkasse im Besonderen, sondern über Risiken, die eben jedes Bankgeschäft begleiten.“

Risiken seien zwar keine Verluste, könnten aber schnell zu solchen mutieren. Die Finanzkrise habe dies gezeigt. Ein Überwachungsvorstand dürfe also die Situation nie verharmlosen.

Was sagen andere über den Sparkassendirektor?

Landrat Heiko Schmid, Verwaltungsratsvorsitzender der Kreissparkasse Biberach: „Mit Dr. Georg Stickel bekommt die Sparkasse Pforzheim Calw eine kompetente und erfahrene Persönlichkeit, die die Sparkassenstruktur seit der Ausbildung bei der Kreissparkasse Böblingen kennt.“

Wie sind die Erwartungen bei der Sparkasse Pforzheim Calw?

Der Verwaltungsratsvorsitzende Landrat Karl Röckinger über Stickel: Er hatte sich bereits nach seiner Wahl Ende Januar 2015 dafür ausgesprochen, die erfolgreiche Geschäftspolitik der Sparkasse zusammen mit seinen Vorstandskollegen fortzuführen. Und, so Röckinger weiter: „Kontinuität bedeutet für ihn als Chef-Controller nicht Stillstand, sondern die Herausforderung, das bewährte Geschäftsmodell und die erfolgreiche Ausrichtung der Sparkasse zu gewährleisten und gleichzeitig flexibel die Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Gesellschaft mitzugehen.“ Personalratsvorsitzende Edith Anselment freut sich auf eine kon-struktive Zusammenarbeit, „die offen und ehrlich, das eine oder andere Mal aber womöglich auch kritisch sein wird“.

Welche Empfehlungen gibt’s vom Amtsvorgänger?

Da muss man nicht viel erklären, meint Hans-Heiner Bouley. „Auf dieser Ebene ist jeder professionell genug, um zu wissen, was zu tun ist.“ Stickel bedankt sich dennoch bei seinem Amtsvorgänger mit den Worten: „Sie haben sich Zeit genommen, mir in zahlreichen persönlichen Gesprächen Einblicke in Ihre Arbeit zu gewähren. Sie haben mir vertrauensvoll die Türen zu Ihrem Geschäftsbereich geöffnet und viele Kontakte zu Ihren Führungskräften und Mitarbeitern hergestellt. Apropos: Da hat Bouley dann doch noch etwas mitzugeben. Zum einen dies: „Sie werden in der Sparkasse und insbesondere in Ihrem Dezernat tolle Mitarbeiter haben.“ Und über Sandra Kampmann spricht Bouley von einer ausgesprochen flotten und zupackenden Sekretärin, die alles bestens im Griff habe. Sein Rat an Stickel im Umgang mit ihr: „Seien Sie schön folgsam – alles andere wird sich geben.“