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Grund zur Freude in Pforzheim: In keinem anderen Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg gab es einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr.
Grund zur Freude in Pforzheim: In keinem anderen Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg gab es einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. © Symbolbild: dpa
01.08.2017

Regionale Arbeitslosenquoute auch im Juli bei 3,5 % - besser als 2016

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim ist gegenüber dem Vormonat Juni leicht gestiegen. Aber es gibt im Juli 2017 über 1300 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr.

Erstmals seit Februar ist die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald gegenüber dem Vormonat wieder leicht gestiegen. Mitte Juli waren 11.765 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 37 oder 0,3 Prozent mehr als im Juni. Für die Bewertung des Arbeitsmarktes aussagekräftiger ist der Vergleich mit dem Vorjahr: Hier gab es eine deutliche Verbesserung. Im Juli 2016 waren noch 1310 oder 10,0 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote – bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen – blieb unverändert bei 3,5 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,0 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung entspricht dem üblichen saisonalen Verlauf. Im Juli melden sich viele junge Menschen vorübergehend arbeitslos. Es handelt sich dabei häufig um Schulabgänger, die sich bis zum Beginn ihrer Ausbildung oder ihrem Studium arbeitslos melden. „Aber auch Jugendliche, die gerade ihre Ausbildung abgeschlossen haben und nicht übernommen wurden sind hier betroffen. Diese jungen Fachkräfte werden wir schnell vermitteln“, so Martina Lehmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.

Im Juli wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 1538 zu besetzende Stellen gemeldet. Das waren 169 oder 12,3 Prozent mehr als im Juni und 163 oder 11,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

„Es freut mich sehr, dass die Arbeitskräftenachfrage im Nordschwarzwald, für die Jahreszeit unüblich, nochmals deutlich zugenommen hat. Es sind allerdings insbesondere Fachkräfte mit qualifiziertem Berufsabschluss, die von dieser guten Entwicklung profitieren“, so Lehmann.

Wie wichtig ein Berufsabschluss ist, lässt sich auch an den Arbeitslosenquoten nach Qualifikationsniveau ablesen: Für Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung lag die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim im vergangenen Jahr bei 2,4 Prozent: Für Personen mit dualer Ausbildung lag sie bei 2,6 Prozent, bei Menschen mit akademischen Abschluss bei 1,6 Prozent. Wer aber keinen Berufsabschluss hat, hat es deutlich schwerer. Die Arbeitslosenquote für Menschen ohne Berufsausbildung lag bei 12,8 Prozent.

Am regionalen Ausbildungsmarkt gibt es kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres noch nach wie vor mehr freie Ausbildungsstellen als Bewerber, die über die Arbeitsagentur nach einem Ausbildungsplatz suchen.

Im Juli waren im Agenturbezirk Nagold-Pforzheim 2780 Geflüchtete als Arbeitsuchende gemeldet, darunter waren 1039 arbeitslos. Arbeitsuchende Geflüchtete, die nicht arbeitslos sind, nehmen insbesondere an Integrationskursen oder arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teil oder gehen einer Erwerbstätigkeit nach.

Saisonüblich ist die Zahl der Arbeitslosen im beschäftigungsnahen Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) gestiegen. Mitte Juli wurden hier 5369 Arbeitslose gezählt, 110 oder 2,1 Prozent mehr als im Juni. Dagegen ging die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II (Arbeitslosengeld II – Hartz IV) gegenüber Juni um 73 oder 1,1 Prozent auf 6396 zurück.

Regionale Arbeitslosenquoten

Mit 2,8 Prozent verzeichnet Mühlacker die niedrigste Arbeitslosenquote unter den sieben Geschäftsstellenbezirken. Es folgen Freudenstadt mit 2,9 Prozent, Nagold und Calw mit je 3,0 Prozent, Horb mit 3,1 Prozent, Bad Wildbad mit 4,0 Prozent und Pforzheim mit 4,2 Prozent. Die unterschiedlichen Strukturen innerhalb des Agenturbezirkes haben auch im Juli zu einer großen Bandbreite der Arbeitslosenquoten geführt. Sie liegt zwischen 2,6 Prozent im Enzkreis und 6,1 Prozent im Stadtkreis Pforzheim.

Stadt Pforzheim

Die Arbeitslosenquote ging im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 6,1 Prozent zurück. Im Juli 2016 lag sie noch bei 7,3 Prozent. In keinem anderen Stadt- oder Landkreis in Baden-Württemberg gab es einen stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Der Abstand zu den direkt davor liegenden Kreisen Freiburg und Mannheim (je 5,3 Prozent) konnte innerhalb der letzten zwölf Monate von 1,5 auf 0,8 Prozentpunkte reduziert werden.

Enzkreis

Die Arbeitslosenquote blieb im Vergleich zum Vormonat unverändert bei 2,6 Prozent. Im Juli 2016 lag sie bei 2,8 Prozent. Hinter Biberach (2,4 Prozent) und dem Hohenlohekreis (2,5 Prozent) belegt der Enzkreis, gemeinsam mit dem Kreis Rottweil sowie dem Alb-Donau- und dem Bodenseekreis Platz drei in Baden-Württemberg.

Landkreis Calw

Die Arbeitslosenquote liegt jetzt bei 3,2 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als im Juni. Vor einem Jahr lag sie bei 3,6 Prozent.

Landkreis Freudenstadt

Die Arbeitslosenquote hat sich im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,0 Prozent erhöht.

Stellenmarkt

Mitte Juli waren bei der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 4704 offene Stellen gemeldet. Das waren 78 oder 1,7 Prozent mehr als im Juni und 295 oder 6,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2016 bis Juli 2017 wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim insgesamt 3922 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 109 oder 2,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Demgegenüber standen 3317 Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Das waren 270 oder 7,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Aktuell suchen noch 1097 junge Menschen eine Lehrstelle. Ihnen stehen noch 1361 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

„Wer noch einen Ausbildungsplatz sucht, sollte sich so schnell wie möglich mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen, denn es stehen noch viele attraktive Ausbildungsstellen zur Verfügung. Und gerade wenn es mit dem Wunschberuf nicht geklappt hat, beraten wir auch über mögliche Alternativen“, so Lehmann.

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