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Geschäftige Betriebsamkeit am Stand der Schmuckfirma Eugen Rühle. Foto: Ketterl
Geschäftige Betriebsamkeit am Stand der Schmuckfirma Eugen Rühle. Foto: Ketterl
Mit einer schwungvollen Schmuckmodenschau mit den Firmen Afschar, Isabelle Fa, Jörg Heinz und Leo Wittwer wurden die Preziosen ins rechte Licht gerückt. Foto: Messe München
Mit einer schwungvollen Schmuckmodenschau mit den Firmen Afschar, Isabelle Fa, Jörg Heinz und Leo Wittwer wurden die Preziosen ins rechte Licht gerückt. Foto: Messe München
Nicole Sigrist von Heimerle + Meule mit der Finecard im Scheckkartenformat und einem Gramm Gold als Barren. Foto: Ketterl
Nicole Sigrist von Heimerle + Meule mit der Finecard im Scheckkartenformat und einem Gramm Gold als Barren. Foto: Ketterl
Robin Hafner von der Gießerei Kalman Hafner bietet für Spezialaufträge einen 3-D-Drucker an. Foto: Ketterl
Robin Hafner von der Gießerei Kalman Hafner bietet für Spezialaufträge einen 3-D-Drucker an. Foto: Ketterl
20.02.2018

Regionale Aussteller nach Abschluss der Inhorgenta in München zufrieden

Pforzheim. Elegant, schlicht – aber hochwertig. Viele der exklusiven Schmuckstücke, die auf der Inhorgenta in München zu sehen waren, haben eines gemeinsam: Weniger ist mehr. Das gilt auch für die Besucherzahl, die mit 27.000 leicht unter der des Vorjahres lag. Trotzdem sind die Aussteller zufrieden.

„Wir verkaufen Emotionen, Werthaltigkeit und ein ganz individuelles Produkt“ erklärt Frank Maier, Chef der Birkenfelder Schmuckmanufaktur Leo Wittwer. Ihr Markenzeichen ist ein markantes Schmuckkreuz, das sich in verschiedenen Ausprägungen durch die Kollektionen des Hauses zieht. In der Vermarktung seiner Produkte kooperiert Leo Wittwer mit Lifestyle-Magazinen wie „Der Feinschmecker“ und dem Herrenmagazin GQ. Juweliere und Endverbraucher werden auch durch erlesene Gourmet-Events im Bayerischen Hof in München und Schloss Bensberg erreicht. Die Manufaktur hat sich vor einigen Jahren bewusst für die Inhorgenta und gegen die Baselworld entschieden.

In der Goldstadt steht traditionell das gelbe Edelmetall im Mittelpunkt. Die Pforzheimer Scheideanstalten versorgen nicht nur die Schmuck- und Uhrenindustrie mit den passgenauen Materialien, sondern sind auch in Sachen Edelmetallrecycling sowie dem Handel mit Gold und Silber führend. Privatkunden interessieren sich aktuell wieder verstärkt für Gold als sichere Anlageform, bestätigen übereinstimmend die Edelmetallexperten Detlef Schröder von Heimerle+Meule und Thomas Weiss von der Agosi. Als Geschenkidee bieten sie beispielsweise kleine Goldbarren an, die in einer SafeCard im Kreditkartenformat eingeschweißt sind. „Wer an einer zertifizierten und wertbeständigen Anlage interessiert ist, kann seine Edelmetallsammlung nach und nach durch den Kauf von weiteren 1-Gramm-Barren in einer speziellen Sammelbox komplettieren“, ergänzt Schröder.

Aus einer zertifizierten Goldmine in Peru stammt das Ausgangsmaterial für die hochwertigen Goldschmiedearbeiten der Kelterner Firma noën. Der kleine Familienbetrieb kann so seine perfekte Handwerkskunst mit den fairtrade-Ansprüche seiner anspruchsvollen Kunden verbinden.

Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch zog gestern nach seinem Messerundgang und „vielen guten Gesprächen mit Ausstellern“ ein positives Fazit der Inhorgenta: „Es war eine erfolgreiche Messe. Sie hat sich positiv weiterentwickelt. Die Stände sind offener geworden, der Schmuck für die Besucher sichtbarer“, freut sich das Stadtoberhaupt. „Ich bin begeistert vom handwerklichen Können und den Ideen der Pforzheimer Schmuckschaffenden.“

Internationales Publikum

Das bestätigt auch Chris Jentner, Geschäftsführer der Pforzheimer Galvanikfirma Jentner. „Die Inhorgenta hat sich eindeutig als die europäische Plattform für Schmuck, Uhren und Technik zurückgemeldet.“ Unter den Messebesuchern in München seien auch etliche internationale Fachleute gewesen. „Das Interesse galt umweltschonender Oberflächentechnik und schadstofffreien Chemikalien.“ Gerade für Zulieferbetriebe und Dienstleister sei die Inhorgenta deshalb eine gute Adresse, zumal man in Basel ohnehin nicht mehr erwünscht war, so Jentner.

Von Anfang an als Aussteller auf der Inhorgenta dabei – damals im Jahr 1973 noch auf der Theresienwiese – ist die Wimsheimer Unternehmerfamilie Söhnle. Zeitmesser sind ihr Lebenswerk, wobei sich ein Familienzweig mit der Marke Bruno Söhnle Glashütte zu einer überaus erfolgreichen Armbanduhrenmarke entwickelt hat. Bruno Söhnle setzt auf die Messe in Basel. Gert F. Söhnle ist mit seiner Paragon Uhren-Vertriebs-GmbH auf Wecker und Großuhren der Marke Atlanta spezialisiert, die man früher selbst produzierte. Neben hoher Qualifikation der Fachberatung und professionellem Service sei die Qualität des Einkaufserlebnisses vor Ort ein wichtiger Wettbewerbsvorteil im Handel mit Uhren und Schmuck. „Das Einkauferlebnis ist nicht nur stimulierend, sondern ein entscheidender Faktor bei der erfolgreichen Vermarktung von Uhren und Schmuck“, erklärt Stephan Lindner, Präsident des Bundesverbands der Juweliere. Auch deshalb sei der stationäre Handel mit weitem Abstand noch immer der führende Vertriebskanal. „Der Schmuck- und Uhrenfachhandel ist mit 50 Prozent wertmäßigem Marktanteil nach wie vor die Nummer eins.“