nach oben
Derzeit stark gefragt: Personal von Zeitarbeitsfirmen. Foto: Berg
Derzeit stark gefragt: Personal von Zeitarbeitsfirmen. Foto: Berg
02.02.2017

Rekordhoch bei Leiharbeit: Branche beschäftigt mehr als eine Million Menschen

Nürnberg. Deutsche Unternehmen setzen bei der Bewältigung von Auftragsspitzen so stark auf Leiharbeiter wie nie zuvor. So hätten Zeitarbeitsunternehmen im Juni vergangenen Jahres 1,006 Millionen Männer und Frauen als Leiharbeiter beschäftigt – und damit 45 000 mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat, geht aus einer aktuellen BA-Analyse zur Zeitarbeit hervor. Die Zahl der Leiharbeiter stieg damit auf ein Rekordhoch.

Unklar ist derzeit noch, wie stark ein am 1. April in Kraft tretendes neue Arbeitsüberlassungsgesetz die Zeitarbeitsbranche beeinflusst. Das Gesetz sieht künftig eine grundsätzliche Höchstverleihdauer von 18 Monaten vor. Bereits nach neun Monaten sollen sie den gleichen Lohn wie die Stammbeschäftigten erhalten. Ausnahmen seien allerdings möglich. Der Gesetzgeber reagierte damit auf zunehmende Missstände etwa in der Automobilindustrie, in der Fleischereibranche und in der Werftindustrie.

Zwiespältig schätzt die Bundesagentur für Arbeit in ihrer Untersuchung die Bedeutung der Zeitarbeit für den Arbeitsmarkt und Jobsucher ein. Zum einen sei die Zeitarbeit mit inzwischen mehr als eine Million Beschäftigten „eine feste Größe auf dem deutschen Arbeitsmarkt“. Auch böten Zeitarbeitsunternehmen gerade Menschen, die schon länger arbeitslos seien, eine Einstiegschance in den Job. Andererseits sei das Risiko für einen Leiharbeiter, bald schon wieder seinen Job zu verlieren, deutlich größer als für einen regulären Beschäftigten.

Leserkommentare (0)