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Politische Prominenz formierte sich am Freitag auf der Treppe im künftigen Präzisionstechnik-Zentrum, bevor die Handwerker vom Dach des Rohbaus den Richtspruch verkündeten.  Foto: Meyer 

Richtfest beim Zentrum für Präzisionstechnik - Leuchtturmprojekt soll im kommenden Sommer bezogen werden

Pforzheim. Oliver Reitz verglich das jahrelange Ringen um ein Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) in der Goldstadt – für das am Freitag Richtfest gefeiert wurde – mit dem Fußballsport. Insgesamt werden fast elf Millionen Euro in den Neubau an der Tiefenbronner Straße investiert. Mit der Fertigstellung im kommenden Jahr wolle man damit in der Champions League spielen. Doch die fehlenden Eigenmittel der nicht gerade finanzkräftigen Stadt Pforzheim hätten das Leuchtturmprojekt fast zum Scheitern gebracht. In einem langen Planungs- und Diskussionsprozess musste das ZPT mehrfach in die Verlängerung, stand auch mal im Abseits der verschiedenen politischen Interessen. Doch letztlich hätten alle Mitspieler viel Teamgeist gezeigt und das Projekt spielfreudig umgesetzt – auch wenn es letztlich ein Wettlauf gegen die Zeit wurde.

Denn die Fördermittel des Landes Baden-Württemberg und der Europäischen Union (RegioWin-Wettbewerb) waren zeitlich befristet – kurz vor dem Abpfiff des Millionenspiels kam der erfolgreiche Abschluss durch die späte Zustimmung des Pforzheimer Gemeinderats im Juli 2018. Der Spatenstich erfolgte spielplangemäß im Februar 2020. Jetzt steht der Rohbau, die Eröffnung der neuen Präzisionstechnik-Arena soll im Spätsommer 2021 erfolgen.

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Startschuss für Neubau: Richtfest beim Zentrum für Präzisionstechnik

Am Freitag kam zum Richtfest viel politische Prominenz aus allen Lagern sowie etliche Fans und Sponsoren waren dabei. Denn das Projekt wird finanziell auch von den Unternehmen im Förderverein Hochform unterstützt. „Das ZPT soll zu einem Aushängeschild werden“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch. Und Reitz verwies auf das hohe Tempo, dass man zuletzt an den Tag gelegt habe. Und dabei liegt man – absolut ungewöhnlich für ein größeres Bauprojekt – bislang im Kostenrahmen, wie Wirtschaftsförderer Markus Epple betonte: „Das ZPT könnte durchaus einmal zum Deutschen Präzisionstechnik-Zentrum werden.“ Mit dieser Einrichtung, die überregionale Ausstrahlung habe, solle die Region als Zentrum der Präzisionstechnikindustrie gestärkt werden. So schaffe man eine indus-trienahe Anlaufstelle zur Steigerung der Innovationsfähigkeit und zum Ausbau des Technologietransfers. Existenzgründer, Forschung und Entwicklung, aber auch Ausbildung und Lehre sollen direkt neben dem Campus der Hochschule einen Platz finden.

Nach wie vor besteht bei den kleinen und mittleren Unternehmen eine gewisse Zurückhaltung, sich mit Fragen direkt an die Hochschule zu wenden, so Epple. Mit maßgeschneiderten Angeboten für die Aus- und Weiterbildung wolle man die Industrie bei der Nachwuchsförderung unterstützen.

Das Zentrum für Präzisionstechnik sei etwas ganz Besonderes, waren sich die Teilnehmer des Richtfests einig. Bisher wurden 2400 Kubikmeter Beton, 290 Tonnen Betonstahl und umgerechnet 2100 Gipskartonwände verbaut. Auf einer Nutzfläche von 2300 Quadratmetern können später Mieter und Partner dann arbeiten und forschen.

Der Generalunternehmer Gustav Epple hat schon ähnliche Projekte – etwa das Entrepreneurship-Center für die Technische Universität München am Standort Garching – realisiert.

Lothar Neff

Lothar Neff

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