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Freut sich auf den Weinjahrgang 2015: Roman Glaser, Präsident des Genossenschaftsverbandes. Foto: Löffler
Freut sich auf den Weinjahrgang 2015: Roman Glaser, Präsident des Genossenschaftsverbandes. Foto: Löffler
25.09.2015

Roman Glaser: „Die Roten werden hervorragend“

In geringerer Menge, aber mit hoher Qualität – so wird der badische Weinjahrgang 2015 in Flaschen und Gläser fließen. „Er wird hervorragend“, sagt Roman Glaser, Präsident des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbandes (bwgv). Rund 70 Prozent der badischen Rebflächen werden Glaser zufolge von Winzergenossenschaften bewirtschaftet. Und wie sieht’s mit den Württembergern aus? Dazu gibt der Verband im Oktober einen separaten Ausblick.

„Wir sind sehr zufrieden“, bestätigt Volker Seemann das Qualitätsurteil des Stuttgarter Verbandspräsidenten. Der Winzer baut in Keltern an – sein Roter wächst auf Ellmendinger Gemarkung, sein Weißer kommt von Dietlinger Sonnenhängen. Dass die Mengen in diesem Jahr etwas geringer sind „ist der Trockenheit des Sommers geschuldet“, erklärt Seemann. Dennoch will er sich über das Ergebnis nicht beklagen.

Nach Verbandsangaben war die Kirschessigfliege 2015 kein Thema. Der aus Südostasien eingewanderte Schädling machte auch den Obstbauern im vergangenen Jahr erheblich zu schaffen. „Der Kirschessigfliege war’s dieses Mal zu heißt und zu trocken“, konstatiert Seemann.

Nach derzeitigen Schätzungen des bwgv dürfte die Erntemenge der insgesamt 76 Winzergenossenschaften (WG) in Baden bei 82 Millionen Litern liegen. Laut Glaser entspricht dies einer Normalernte. 2014 hätten die badischen Winzergenossenschaften 96,7 Millionen Liter in die Keller eingebracht.

„Die Reben stehen aktuell sehr gut, die Trauben sind schön durchgefärbt, sie sind, reif und weisen bereits einen hohen Zuckgehalt auf“, beschreibt der Verbandspräsident. Die durchschnittlichen Mostgewichte bei den Hauptsorten gibt er wie folgt an: Müller-Thurgau 84 Grad Oechsle, Weißburgunder 94 Grad, Grauburgunder 95 Grad und Spätburgunder 90 Grad. „Wie es aussieht können die Genossenschaften den Kunden vor allem hervorragende Rotweine anbieten“, sagt Glaser.

Unterdessen setze sich der Strukturwandel im Weinbau weiterhin fort. Die Zahl der Betriebe in Baden sei seit mehreren Jahren rückläufig – von 25 480 im Jahr 2000 auf 15 200 bis Ende 2014. Glaser stellt diese Entwicklung fest: Vermehrt würden kleine Nebenerwerbsweinbauern aufgeben. Dagegen steige die Zahl der Betriebe mit einer Fläche von mehr als fünf Hektar, 799 seien es Ende 2014 gewesen (2000: 571).