nach oben
Seit über 50 Jahren ist Rotbäckchensaft im Handel. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschied gestern über die Werbung auf dem Etikett.  Jansen
Seit über 50 Jahren ist Rotbäckchensaft im Handel. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe entschied gestern über die Werbung auf dem Etikett. Jansen
11.12.2015

Rotbäckchen darf mit Prädikat „Lernstark“ werben

Karlsruhe. Getränke-Hersteller Rabenhorst ist bei der Werbung für seinen Rotbäckchen-Saft „Lernstark“ nicht über das Ziel hinausgeschossen. Der Bundesgerichtshof (BGH) billigte die Angaben auf dem Etikett der Sorte. Diese verstoßen demnach nicht gegen europäisches Recht.

Eine Begründung veröffentlicht das Karlsruher Gericht gestern zunächst nicht. (Aktenzeichen I ZR 222/13).

Damit scheiterte die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit einer Klage gegen Rabenhorst in letzter Instanz. Die Vorinstanzen hatten den Fall noch anders beurteilt und den Verbraucherschützern recht gegeben.

So sah das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz 2013 in der Kombination der Abbildung eines Mädchenkopfes (blonde Haare, rote Bäckchen, blaues Kopftuch) mit den Angaben „Lernstark“ sowie „Mit Eisen zur Unterstützung der Konzentrationsfähigkeit“ einen Verstoß gegen die strengen europäischen Regeln zum Verbraucherschutz.

„Die Angaben auf der Flache sind nach der Europäischen Health-Claims-Verordnung nicht erlaubt“, sagte Susanne Einsiedler vom vzbv. Dagegen war Rabenhorst in Revision gegangen.

In den Vorinstanzen hatte der Produzent argumentiert, dass es sich bei seinen Rotbäckchen-Säften gar nicht um ein reines Kinderprodukt handele. Der Saft werde insbesondere auch von älteren Menschen gern getrunken. Die Angaben seien daher zulässig. Rotbäckchen ist seit 50 Jahren in Reformhäusern erhältlich.