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Gedankenaustausch zum Thema Einkauf: Rutronik-Manager Markus Zühlke (links) und Manfred Kastel vom Wirtschaftsverband wvib.
Gedankenaustausch zum Thema Einkauf: Rutronik-Manager Markus Zühlke (links) und Manfred Kastel vom Wirtschaftsverband wvib.
20.11.2015

Rutronik begleitet den gesamten Lebenszyklus eines Produkts

Rutronik ist weiter auf Expansionskurs. Das Ispringer Unternehmen hat sich vom Ein-Mann-Betrieb des Gründers Helmut Rudel zum drittgrößten Distributor in Europa mit weltweit 1400 Beschäftigten und 70 Standorten entwickelt. Am Stammsitz Ispringen sowie im neuen Eisinger Logistikzentrum sind knapp 600 Menschen tätig. Der Umsatz von 800 Millionen Euro in 2015 soll in den nächsten Jahren deutlich übertroffen werden. Das Nahziel: eine Milliarde. Und: Beim Wachstum aus eigener Kraft, also ohne Zukäufe, will Rutronik besser als der Marktdurchschnitt (3,1 Prozent) abschneiden. In diesem Jahr wächst der Ispringer Distributor um 9,5 Prozent.

„Wir haben ehrgeizige Ziele“, sagte Markus Zühlke, Vertriebsleiter Deutschland bei Rutronik. Der Manager empfing am Hauptsitz Ispringen eine Gruppe von Einkäufern für Elektronik und Elektrotechnik aus Mitgliedsbetrieben des wvib, dem Wirtschaftsverband industrieller Unternehmen in Baden (Freiburg). Rund 1000 Firmen aus Süd- und Nordbaden sind in dem Verband zusammengeschlossen, darunter Namen wie Witzenmann und Kramski (Pforzheim) oder E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH (Oberderdingen).

Mit mehreren Fach-

themen befassten sich die Firmeneinkäufer auf der Rutronik-Tagung, wie Manfred Kastel vom wvib im PZ-Gespräch sagte.

Neben der Unternehmenspräsentation des Gastgebers ging es beispielsweise um „Obsolescence Management“. Das bedeutet vereinfacht dargestellt: Wenn ein Hersteller bestimmte Bauteile nicht mehr produziert, müssen die Abnehmer frühzeitig reagieren können und auf alternative Lösungen hingewiesen werden, damit ihre eigene Produktion nicht gefährdet wird. Rutronik bietet hier laut Thomas Ulinski, Bereichsleiter Produktmarketing Halbleiter, ein Frühwarnsystem mit einem umfangreichen Servicepaket. „Wir begleiten unsere Kunden in aller Welt über den kompletten Lebenszyklus eines Produkts hinweg.“ Das beginne bei der Anwendungsberatung und der ersten Musterlieferung und reiche bis hin zum „End of Life“, also dem Auslaufen der Produktserie.

Alexander Schröer, Geschäftsführer kaufmännischer Bereich, informierte über das Fremdwährungsmanagement des Unternehmens. Je nachdem, wie sich beispielsweise der Dollar-Euro-Kurs entwickle, könne ein im Ausland auf Dollarbasis erworbenes Produkt bei ein- und demselben Preis in der Euro-Umrechung um bis zu 30 Prozent teurer ausfallen. Schröer: „Solche Steigerungsraten können viele Unternehmen nicht einfach wegstecken.“ Rutronik verfolge hier klassische Sicherungsinstrumente: Devisentermingeschäfte, Terminkontrakte, Devisen-Swaps und Devisenoptionen.

Der kaufmännische Leiter sagte: „Wir machen nur, was wir verstehen und wo wir selbst am Steuer sitzen.“ Unkalkulierbare Devisen-Geschäfte seien tabu.