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Firmensitz von Europas größtem Softwarehersteller ist Walldorf. Foto: dpa/Anspach
Firmensitz von Europas größtem Softwarehersteller ist Walldorf. Foto: dpa/Anspach
16.08.2018

SAP: Mehr Umsatz mit Mietsoftware aus der Cloud als mit traditionellen Software-Lizenzen

Frankfurt/Walldorf. Europas größter Softwarekonzern SAP wird in diesem Jahr erstmals mehr Umsatz mit Mietsoftware aus der Cloud als mit traditionellen Software-Lizenzen machen. Das sagte der Chef von SAP, Bill McDermott, in einem Interview mit dem Portal „The Information“.

„Viele Leute dachten nicht, dass SAP ein Marktführer in der Cloud sein könne und gingen davon aus, dass wir uns diesem Trend widersetzen würden. Stattdessen sind wir voll eingestiegen und haben in Richtung Cloud gedrängt“, sagte McDermott, der seit 2010 an der Spitze von SAP steht und seit 2014 als alleiniger CEO amtiert. Ein Ausländer an der Konzernspitze ist bei den Dax-Unternehmen die Ausnahme. Aktuell werden nur fünf der 30 Konzerne von Managern aus dem Ausland geführt.

In dem Interview kündigte McDermott eine Offensive gegen den Wettbewerber Saleforce, den Marktführer von cloudgestützten Kundenbeziehungssystemen (CRM) an. „Wir konzentrieren uns nicht auf herkömmliche CRM-Systeme“, sagte der SAP-Chef. „Die Welt sollte aufwachen und wirklich überdenken, wie viel sie für herkömmliche CRM-Systeme ausgibt.“ SAP habe in dem CRM-Marktsegment bislang nur einen Marktanteil von 6,5 Prozent, verglichen mit 19,6 Prozent bei Salesforce und 7,1 Prozent bei Oracle. McDermott plant deshalb die Kundenmanagement-Software von SAP enger mit Back-Office-Anwendungen zu verknüpfen, bei denen SAP stärker ist.

In dem Interview nahm McDermott auch den Wettbewerber Oracle ins Visier. Der SAP-Chef räumte zunächst ein, das mit übernommenen Firmen wie Success Factors und Ariba etliche SAP-Cloud-Anwendungen vor allem auf Oracle-Datenbanken betrieben wurden. Noch 2018 würden diese Anwendungen jedoch auf die SAP-Datenbank Hana übertragen, kündigte McDermott an. „Das wird in den nächsten Jahren zu Einsparungen von mehr als 100 Millionen Dollar bei den Wartungs- und Lizenzkosten für Oracle-Software führen.“