nach oben
Gestärkt vom besten Jahr in seiner Geschichte will SAP die weltweite Konkurrenz weiter das Fürchten lehren.
25.01.2012

SAP gelingt im Rekordjahr 2011 beinahe Gewinnverdopplung

Walldorf/Frankfurt. Europas größter Softwarehersteller SAP hat im besten Jahr seiner Geschichte unter dem Strich 3,44 Milliarden Euro eingestrichen und den Gewinn damit fast verdoppelt. «Wir haben unsere Vorgaben bei weitem übertroffen», sagte SAP-Finanzvorstand Werner Brandt am Mittwoch bei der Jahresbilanz in Frankfurt am Main. Auch nach den neuen Bestmarken sind die Walldorfer zuversichtlich, dass die Erfolgsserie nicht abreißt. SAP sei auf dem besten Weg, das Umsatzziel von 20 Milliarden Euro bis 2015 zu übertreffen. Die Softwareschmiede zählt mittlerweile fast 56 000 Vollzeitstellen.

Bildergalerie: Rekordjahr: SAP präsentiert seine bisher besten Zahlen aus 2011

«Es war das größte Jahr in der Geschichte unseres Unternehmens», sagte SAP-Co-Chef Bill McDermott. «Und in unserer Pipeline steckt diesmal noch mehr als vor einem Jahr.» Während es beim Erzrivalen Oracle jüngst gar nicht rund lief, blickt SAP durch die Bank auf glänzende Zahlen: Der Gesamtumsatz stieg im vergangenen Jahr um 14 Prozent auf 14,2 Milliarden Euro. Das weitere Wachstum wollen die Walldorfer mit neuen Produkten wie der jungen Echtzeit-Technologie Hana und Zukäufen schaffen. So soll schon im laufenden ersten Quartal 2012 die milliardenschwere Übernahme des Cloud-Computing-Spezialisten SuccessFactors unter Dach und Fach sein. Die Firma ist in der sogenannten Datenwolke unterwegs, wo Kunden online über Rechenzentren auf Anwendungen zugreifen.

«Wir sind sehr gespannt auf das, was demnächst noch vor uns liegt», sagte Bill McDermott. Für 2012 soll es im zentralen Bereich der Software und softwarebezogenen Dienstleistungen ein zweistelliges Plus geben. «Wir sind bereit, auch im Geschäft mit den Datenbanken und der Cloud zum Marktführer aufzusteigen», sagte Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Vor allem Hana solle zur neuen Wunderwaffe werden.

Mit der neuen Erfindung müssen bei umfangreichen Rechenprozessen Daten nicht mehr aus Festplatten rein- und rausgeladen werden, sondern stehen direkt im Arbeitsspeicher zur Verfügung. Das verkürzt die Dauer der Anwendungen teils von vielen Stunden auf Sekunden.

Operativ verbuchte SAP im vergangenen Jahr 4,88 Milliarden Euro Gewinn, was nach 2,59 Milliarden Euro zuvor einem Plus von 88 Prozent entspricht. Dieser Sprung basiert zu einem Großteil ausgerechnet auf einem juristischen Triumph über den Konkurrenten Oracle. 2011 hatte eine US-Richterin eine vorherige Entscheidung kassiert, wonach die Walldorfer 1,3 Milliarden Dollar Schadenersatz an ihren Erzrivalen zahlen sollten. Weil diese milliardenschwere Wiedergutmachung damit vom Tisch war, durfte SAP die Rückstellungen für dieses juristische Risiko um rund drei Viertel reduzieren - das ließ die Kasse klingeln.

Der Aktienkurs des Dax-Konzerns gab trotz der guten Aussichten zu Beginn des Handels leicht auf gut 44 Euro nach. Allerdings hatten die Papiere der Walldorfer nach der Vorlage erster Eckdaten der Bilanz Mitte Januar bereits einen deutlichen Sprung hingelegt. dpa