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Am PZ-Redaktionstisch (von links): Marek Klimanski, Magnus Schlecht, Thomas Satinsky, Albert Esslinger-Kiefer, SWP-Chef Roger Heidt und Lothar Neff. Foto: Seibel
Am PZ-Redaktionstisch (von links): Marek Klimanski, Magnus Schlecht, Thomas Satinsky, Albert Esslinger-Kiefer, SWP-Chef Roger Heidt und Lothar Neff. Foto: Seibel
19.05.2017

SWP-Geschäftsführer Roger Heidt: „Energiewende war ein Schnellschuss“

Pforzheim. Stadtwerke hatten früher einmal die Lizenz zum Gelddrucken – die Kunden waren auf ihren lokalen Versorger angewiesen, zahlten den festgelegten Preis für Wasser, Strom und Gas. Von den erzielten Überschüssen profitierte auch die Stadt Pforzheim, die damit nicht nur das Defizit aus dem Bäderbetrieb und den Verkehrsbetrieben decken, sondern auch Löcher im Hauhalt stopfen konnte. Liberalisierung der Märkte und Energiewende haben die Ausgangslage dramatisch verändert. Die PZ sprach darüber mit dem neuen Chef der Stadtwerke Pforzheim (SWP) Roger Heidt.

PZ: Der Strukturwandel ist in vollem Gange, inwieweit betrifft das auch die Energiewirtschaft?

Roger Heidt: Bei uns ist der Strukturwandel stark sichtbar. Was in den letzten acht Jahren passiert ist, ist gigantisch. Wir hatten im Jahr 2008 Umsatzerlöse von 180 Millionen Euro, 2016 werden wir mit etwa 320 Millionen abschließen. Wohl gemerkt, um das gleiche Ergebnis wie im Jahr 2008 zu erreichen. Wenn das Ergebnis gleich bleibt, sieht man, wo die Marge hinsaust. Wir können aber nicht nur vom Umsatz leben, sondern in erster Linie vom Ertrag. Mit dem reinen Handel von Energie wird man auf Dauer nicht wirtschaftlich auskommen können.

PZ: Wie könnte man die Energiewende anders machen, die ja gesellschaftspolitisch gewollt ist?

Roger Heidt: Das war ein Schnellschuss, bei dem man nie vom Ende her gedacht hat. Die Stromleitungen hören ja nicht an der Grenze auf. Und wenn keine Sonne scheint und sich keine Windräder drehen, werden schmutzige Kraftwerke wieder angeworfen, um zu stabilisieren, oder wir kaufen Atomstrom aus dem Ausland dazu.

PZ: Bisher waren die Stadtwerke die Cashcow der Stadt, haben jedes Jahr ein gutes Ergebnis abgeliefert. Kann die Stadt darauf bauen?

Roger Heidt: Das ist kein Automatismus. Wir zahlen ja nicht nur Dividende, sondern darüber hinaus zahlen wir Gewerbesteuer und wir führen Konzessionsabgabe ab. Von 2001 bis 2015 haben die Stadtwerke in Summe 280 Millionen Euro bei der Stadt an die Stadt entrichtet.

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