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Staunen nicht schlecht: Stadtrat Helge Hutmacher (von links), OB Peter Boch und Stadtrat Jörg Augenstein mit Saacke-Geschäftsführer Georg Karl Saacke in der Werkhalle der Pforzheimer Firma. Foto: Falk
Staunen nicht schlecht: Stadtrat Helge Hutmacher (von links), OB Peter Boch und Stadtrat Jörg Augenstein mit Saacke-Geschäftsführer Georg Karl Saacke in der Werkhalle der Pforzheimer Firma. Foto: Falk
01.03.2018

Saacke bereit für E-Mobilität - Pforzheimer Präzisionstechnik-Unternehmen möchte neue Märkte weltweit bespielen

Pforzheim. Tradition wird bei Saacke im Mäuerach großgeschrieben. Das sollte nicht nur der Imagefilm unterstreichen, den Geschäftsführer Georg Karl Saacke Oberbürgermeister Peter Boch, den Stadträten des Wirtschaftsförderungsausschusses sowie Oliver Reitz und Reiner Müller vom Wirtschafts- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) bei deren Firmenbesuch zeigte. In dritter Generation führt Georg Saacke das Unternehmen, das mit 200 Mitarbeitern am Standort Pforzheim und weiteren 150 in Thüringen und der Schweiz Präzisionswerkzeuge – vor allem für die Automobil- und Flugzeugbranche – herstellt.

Stolz auf Tradition

Von einem langjährigen Mitarbeiterstamm sprach Boch. Das konnte Saacke nur bestätigen. Mitarbeiter, die teilweise über 50 Jahren dabei sind, würden im Unternehmen reihenweise ausgezeichnet. „25 Jahre sind bei uns die Probezeit“, scherzte der Geschäftsführer. 1892 begann die Unternehmensgeschichte an der Bahnhof-straße (dem heutigen Saacke- Carrée), später wurde im Mäuerach expandiert. Dort kommt die Firma langsam an ihre Kapazitätsgrenzen. „Die kommenden fünf bis zehn Jahre wollen wir ziemlich sicher hier bleiben“, so Georg Saacke auf Nachfrage von Stadtrat Carol Braun (Freie Wähler). Was danach komme, wisse man noch nicht. Im Bereich Maschinenbau reiche der Platz bald nicht mehr aus. Das liege auch an der aktuellen Hochkonjunktur, welche die Firma erlebe. Waldemar Birkle (AfD) wollte wissen, wie viele Produkte exportiert würden. Beim Werkzeug rund 35 Prozent, bei den Maschinen sogar an die 60 Prozent, so der Geschäftsführer. Saackes wichtigster Markt sei China, gefolgt von Indien und den USA. Groß im Kommen sei derzeit Mexiko. Offen für Kritik zeigte sich OB Boch – und wollte wissen, an welchen Stellen sich Saacke mehr von der Stadtverwaltung und dem Wirtschaftsförderungsausschuss erhoffe. „Es gibt viele Wünsche“, sagte Georg Saacke, „aber wir kommen zurecht.“ Ganz konkret sei das Unternehmen derzeit daran, die Fläche vorm Areal, auf der früher die Straße verlief, von der Stadt abzukaufen und großen Fahrzeugen damit die Zu- und Abfahrt zum Gelände zu erleichtern. WSP-Direktor Oliver Reitz wollte wissen, ob Saacke viele Abnehmer in der Region habe. „Wenig“, war die Antwort.

Gewerbesteuer schmerzt

Stadtrat Joachim Bott (WiP/Die Linke) blickte in die Zukunft und wollte wissen, ob das Pforzheimer Traditionsunternehmen auf den Wechsel zur Elektromobilität eingestellt sei. Denn dann würden weniger Zahnräder – die Saacke produziert – gebraucht. So ganz sicher sei der komplette Wechsel ja noch nicht, gab Georg Saacke zu bedenken, aber natürlich habe man sich darauf eingestellt, im Falle des Falles an Nachfrage zu verlieren. „Wir versuchen, auf allen Hochzeiten zu tanzen“, so der Geschäftsführer, und das Zahnrad werde immer gebraucht, zeigte er sich überzeugt. Freie-Wähler-Stadtrat Carol Braun sprach die Gewerbesteuer der Stadt Pforzheim an. Die mache sich im Betriebsalltag sehr wohl bemerkbar, gab Saacke zu, aber noch nicht so stark, dass Investitionen gebremst würden: „Wenn es soweit ist, müssten wir uns etwas überlegen.“