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Der Stammsitz an der Kanzlerstraße präsentiert sich nach einem Umbau in neuem Glanz. Agosi
Der Stammsitz an der Kanzlerstraße präsentiert sich nach einem Umbau in neuem Glanz. Agosi
Verlieren beim stolzen Blick in die Vergangenheit nicht die Zukunft aus dem Fokus (von links): Oliver Müller, Vorstand Dietmar Becker und Controller Fred Conzelmann von der Agosi. SEIBEL
Verlieren beim stolzen Blick in die Vergangenheit nicht die Zukunft aus dem Fokus (von links): Oliver Müller, Vorstand Dietmar Becker und Controller Fred Conzelmann von der Agosi. SEIBEL
22.01.2016

Scheideanstalt Agosi wurde vor 125 Jahren in der Goldstadt gegründet

Mit dem Begriff Nachhaltigkeit lässt sich das Wirken der Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt – kurz Agosi – in den vergangenen 125 Jahren trefflich beschreiben. Warum das so ist, erläuterten Vorstand Dietmar Becker, Controller Fred Conzelmann und Oliver Müller, Leiter Personal- und Öffentlichkeitsarbeit, im Gespräch mit der PZ.

Die Agosi wurde im Januar 1891 von Pforzheimer Schmuckfabrikanten für die Rückgewinnung von Edelmetallen aus ihren Produktionsabfällen gegründet und am 20. Januar 1891 als Aktiengesellschaft ins Handelsregister eingetragen. Nach der Zerstörung der Goldstadt am 23. Februar 1945 erfolgte der Wiederaufbau an der Kanzlerstraße. Agosi setzte schon damals Maßstäbe, was die Technologie der Edelmetallrückgewinnung anging. Seit jener Zeit hat sich enorm viel getan, die Themen Umweltschutz, Energieeffizienz und Arbeitsschutz rückten immer stärker in den Fokus. Modernste Abluft- und Abwassertechnik, ein Produktionsprozess in einem geschlossenen System – ohne das Freisetzen von nitrosen Gasen, ist heute selbstverständlich. Dafür sind immer wieder Millionenbeträge investiert worden, wie Agosi-Vorstand Dietmar Becker im Gespräch mit der PZ ausführt.

Über 40 Millionen Euro flossen seit 2010 in die Modernisierung und den technologischen Ausbau des Pforzheimer Standorts. Im September 2014 nahm Agosi das neue integrierte Produktions- und Logistikcenter (PLC) in Betrieb. Der Neubau, der sich in modernem und attraktivem Industriedesign an der Enz präsentiert, beherbergt neben einem automatisierten Hochregallager Europas modernste Silberelektrolyse und chemische Löseverfahren für indus-trielle Silberlegierungen.

Die Standbeine sind das Recycling, Halbzeug-Produktion und der Edelmetallhandel. 400 Mitarbeiter sind für Agosi in Pforzheim tätig, weltweit sind es 800. Heute gehört das Unternehmen mit einer jährlichen Aufarbeitungskapazität von mehr als 2000 Tonnen edelmetallhaltiger Materialien und über 20 000 Anlieferungen im Jahr zu den führenden Kreislaufanbietern für Edelmetalle und Edelmetallservices in Europa.

Agosi hat im Rahmen der Zugehörigkeit zum früheren führenden Edelmetall- und Chemiekonzern Degussa AG über die Jahre deren sämtliche Aktivitäten für Schmuckmetall und Galvanotechnik übernommen. Seit 2003 gehört das Unternehmen zum belgischen Umicore Konzern, der sämtliche Edelmetallgeschäfte der früheren Degussa übernommen hat.

Mit dem Wirtschaftsstandort Pforzheim ist Agosi nach wie vor eng verbunden und ein wichtiger Arbeitgeber. Das Unternehmen erzielt 2014 einen Jahresumsatz von 735 Millionen Euro.

„Zufriedene und motivierte Mitarbeiter, die niedrige Fluktuationsrate und lange Betriebszugehörigkeiten belegen eine hohe Verbundenheit der Mitarbeiter mit ihrer Agosi hier in Pforzheim“, betont Vorstand Becker.

Das 125-Jahr-Jubiläum wird am 3. und 4. Juni 2016 mit einem offiziellen Festakt und einem großen Mitarbeiterfest gefeiert.