nach oben
Die Mannequins Mariola, Despina, Alice und Nina (von links) präsentieren bei Juwelier Leicht in den Schmuckwelten die Jubiläumskollektion von Victor Mayer. Ketterl
Die Mannequins Mariola, Despina, Alice und Nina (von links) präsentieren bei Juwelier Leicht in den Schmuckwelten die Jubiläumskollektion von Victor Mayer. Ketterl
27.11.2015

Schmuckmanufaktur Victor Mayer vor 125 Jahren gegründet

Pforzheim. Es funkelt und glänzt: Die Räumlichkeiten von Juwelier Leicht sind an diesem Donnerstag Abend brechend voll. Das 125-jährige Bestehen der Pforzheimer Schmuckmanufaktur Victor Mayer ist ein auch außergewöhnlicher Anlass, sagt Gastgeber Georg Leicht.

Attraktive Mannequins präsentieren die kostbare Jubiläumskollektion. Die geladenen Gäste – Geschäftspartner und Freunde – sind fasziniert. Oberbürgermeister Gert Hager würdigt das unternehmerische Wirken der Familie Mohr-Mayer in der Goldstadt und auf internationalem Parkett. „Alte Handwerkskunst, unverwechselbares Design und edle Materialien“, gerät das Stadtoberhaupt ins Schwärmen. Im Hinblick auf den Tod von Seniorchefin Heidrun Mohr-Mayer im vergangenen Jahr hatte sich die Familie zu einem Verzicht auf ein großes Jubiläumsfest in diesem Jahr entschlossen.

Für einen ganz besonderen Rückblick sorgt Seniorchef Herbert Mohr-Mayer, der verkleidet in Gestalt seines Großvaters auftritt und die Geschichte des Firmengründers in Erinnerung ruft. Victor Mayer wurde 1857 in eine Pforzheimer Unternehmerfamilie hineingeboren. Von 1872 bis 1877 absolvierte er eine Lehre als Stahlgraveur. Danach wurde er einer der ersten Studenten in der 1877 gegründeten Pforzheimer Kunstgewerbeschule. Im Jahr 1890 gründete Victor Mayer seine Schmuckmanufaktur.

1925 übergab der Gründer die Firmenleitung an Sohn Oskar und Schwiegersohn Edmond Mohr. Der Erfolg dauerte an, neben Schmuckkollektionen trugen vor allem feinste Gebrauchsartikel wie Puderdosen, Spiegel und auch Raucheraccessoires dazu bei. 40 Jahre später führte mit Herbert Mohr-Mayer sowie dessen Cousin Hubert Mayer bereits die dritte Generation das Unternehmen. Beide fokussierten sich stärker auf handgefertigten Goldschmuck, der mit auserlesenen Edelsteinen, Feueremaille-Arbeiten und Guillochiertechniken faszinierte. Zur größten unternehmerischen Herausforderung im Leben von Herbert Mohr-Mayer wurde die Revitalisierung der Marke Fabergé. 1989 erhielt Victor Mayer die begehrte Lizenz für die traditionsreiche russische Marke exklusiven Schmuck zu fertigen. Im Folgejahr, zum 100-jährigen Jubiläum von Victor Mayer, präsentierte das inhabergeführte Unternehmen eine erste erfolgreiche Fabergé-Kollektion. Im Jahr 2003 übernimmt Marcus Oliver Mohr, Urenkel von Victor Mayer, die Geschäftsführung der Manufaktur. Die luxuriösen Schmuckkollektionen präsentieren sich unter seiner Führung neu: Markantes Design vereint sich in Ringen, Hals- und Ohrschmuck sowie Manschettenknöpfen mit traditionellen Techniken.